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5. Okt 2017

Wie gefährlich ist die Kunst?

 

Die Schirmherrschaft und künstlerische Gestaltung der 18. NESTROY-Gala übernimmt in diesem Jahr das Burgtheater. Für das Buch konnte die österreichische Schriftstellerin Julya Rabinowich gewonnen werden. Ihr Thema: Wie gefährlich ist die Kunst? Publikumspreisträger 2016 Nikolaus Habjan mit seiner Partnerin Manuela Linshalm sowie Burgschauspielerin Regina Fritsch moderieren die Gala am 13. November im Wiener Ronacher.

Karin Bergmann: "Die Fragestellung, mit der ich auf Julya Rabinowich zugegangen bin, scheint mir prädestiniert für den NESTROY und für unsere Zeit. Nestroy saß mehrfach im Gefängnis, er wurde direkt von der Bühne weg verhaftet. Heute wird ein Regisseur in Russland in einem Käfig eingesperrt und zur Schau gestellt, ein Dirigent darf nach Kritik an seinem Präsidenten nicht mehr in sein Heimatland reisen. In der Türkei sind kritische Autoren und Autorinnen nicht sicher vor willkürlichen Verhaftungen. In unserem Nachbarland werden Künstler und Künstlerinnen zu Staatsfeinden erklärt. Welche Macht hat die Kunst, wie gefährlich ist sie und leben wir im gelobten Land? Anscheinend hat die Kunst heute noch immer die Macht aufzuzeigen, dass des Kaisers neue Kleider gar keine sind."

Julya Rabinowich: "Ich fürchte, dass die politischen Zustände im Augenblick absurder werden als die Besetzung meines Moderatorenduos, dieses Jahr bestehend aus einem Teufel und einer Katze. Aber das ist noch kein Grund zu verzweifeln. Unsere Stimmen sind gefragter als zuvor: die Stimmen der Kritiker und Kritikerinnen, die Stimmen der Analytiker und Analytikerinnen, die Stimmen der Vernunft und des beißenden Witzes. Ohne diesen bleibt einem sonst die ganze neue Welt im Halse stecken. Und wem die Welt im Halse steckt, der kann nichts mehr dazu sagen."

"Die Schirmherrschaft und künstlerische Gestaltung wird jedes Jahr an ein Theater des Wiener Bühnenvereins vergeben. In diesem Jahr greift Karin Bergmann ein höchstaktuelles und brisantes Thema auf. Die Frage nämlich, wie gefährlich die Kunst ist. Eine Frage, die leider nicht nur auf der Metaebene aktuell ist, sondern auch ganz konkret. Denn in einigen Teilen der Welt sind Künstler und Künstlerinnen heute wieder der Gefahr ausgesetzt, wegen ihrer Kunst eingesperrt zu werden. Eine Entwicklung, die wir weltweit beobachten und die immer näher an uns heranzurücken droht.", so Franz Patay, Präsident des Wiener Bühnenvereins, der den NESTROY-Preis veranstaltet. Und weiter: "Mit Nikolaus Habjan und seiner Partnerin Manuela Linshalm, Regina Fritsch und Julya Rabinowich konnte heuer wieder ein äußerst spannendes künstlerisches Team zusammengestellt werden. Ich sehe dem Abend mit größtem Interesse entgegen."

Rückfragehinweis:
Mag. Sabine Siegert-Berg, Wiener Bühnenverein
Tel.: 01/588 30-1531, 0664 85 60 363
presse@nestroypreis.at, www.nestroypreis.at

Mag. Konstanze Schäfer, Burgtheater
Tel.: 01/51444-4105, 0676 8996 4105
pressebuero@burgtheater.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/18776/aom

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