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16. Okt 2017

Das Terrassenhaus. Ein Wiener Fetisch? SammlungsLab #1

 

Der Typus des Terrassenhauses ist aktueller denn je. Das erste SammlungsLab im Architekturzentrum Wien setzt dieses städtische Wohnkonzept in Bezug zu historischen und gegenwärtigen Wohnbaudiskussionen.

Die Ausstellung zeigt die Entwicklungsphasen und die Bedeutung des Terrassenhauses mit einer Fülle von Zeichnungen und Modellen aus der Sammlung des Az W im Dialog mit Archivmaterialien und extra gefertigten "Lehrmodellen". Seit den frühen Terrassenhausentwürfen von Adolf Loos gilt dieser Typus in Wien als innovative städtische Wohnform. Für die Bewohner*innen verwirklicht das Terrassenhaus den Wunsch nach Naturnähe in Verbindung mit urbaner Dichte. Für die Architekt*innen eröffnet es experimentelle Möglichkeiten zur Neuinterpretation des geschlossenen Wohnblocks.

Aktuelle und historische Projekte werden in der Ausstellung entlang von fünf Kapiteln - STADT, VORBILDER, TYPUS, GEMEINSCHAFT und KRITIK - beleuchtet. Den Mittelpunkt bilden fünf großformatige Gipsmodelle von Wiener Terrassenhäusern: Winarsky-Hof (Adolf Loos, 1923), Wohnberg (arbeitsgruppe 4, 1964-66), Stadterneuerung Schottenfeld (Hermann Czech, 1967), Wohnpark Alt-Erlaa (Harry Glück u.a., 1973-85) und Aspern Housing Block (Atelier Kempe Thill, 2015). In Anlehnung an die lehrreichen Glyptotheken des 19. Jahrhunderts veranschaulichen die abstrahierten Modelle die Entwicklungsphasen des Wiener Terrassenhauses zwischen "Bergform" und "Talform".

In Wien wird die Stadtentwicklung nach 1945 von zwei entgegengesetzten Entwicklungskonzepten bestimmt. Die "Stadterneuerung" verfolgt den Umbau der bestehenden Stadt, während sich die "Stadterweiterung" auf die Erstellung neuer Wohnquartiere am Stadtrand konzentriert. Beide bringen - mit dem "Berg" am Stadtrand und dem "Tal" in der bestehenden Stadt - jeweils andere Formen des Terrassenhauses hervor. Der Wohnpark Alt-Erlaa von Harry Glück verkörpert als gebaute Mischform am nachhaltigsten unsere heutige Wahrnehmung des Terrassenhauses. Die vehemente Kritik von prominenten Zeitgenossen, u.a. Friedrich Achleitner und Roland Rainer, an diesem Großprojekt mit seinen 3.200 Wohnungen sowie die späte Rehabilitierung lassen sich in der Ausstellung detailliert nachvollziehen.

Die Ursprünge des modernen Terrassenhauses gehen, wie die Ausstellung zeigt, auf Heilstätten zurück. Der Berliner Arzt David Sarason entwickelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts das "Freilufthaus". Dieses Konzept wurde kurz darauf für den Wohnbau adaptiert. Voneinander unabhängig entwarfen Henri Sauvage in Paris und Adolf Loos in Wien um 1913 die ersten Terrassenwohnhäuser. Nach der Zäsur des ersten Weltkrieges entstand in den 1920er-Jahren in Wien eine Fülle von weiteren Projekten, u.a. von Adolf Loos, Oskar Strnad und Josef Frank. In den 1960er-Jahren kommt es international unter dem Begriff "Megastruktur" zu zahlreichen Entwürfen von terrassierten Großformen, die als utopische Projekte und neue städtische Wohnformen die herkömmliche Stadt ersetzen sollten.

Zum SammlungsLab des Az W Mit dem SammlungsLab entwickelt das Az W ein neues Format zur Sichtbarmachung der umfangreichen Bestände der Az W Sammlung. Ein- bis zweimal im Jahr werden Originalmaterialien in aktuelle Kontexte gestellt. Das SammlungsLab versteht sich als Probebühne für einen experimentellen und zukunftsgerichteten Umgang mit dem architektonischen Erbe und ist als Vorbereitung für eine permanente Präsentation der Architektursammlung gedacht.

Kuratiert und gestaltet von Lorenzo De Chiffre, TU Wien in Zusammenarbeit mit Monika Platzer, Az W.

Pressetext und honorarfreie Pressefotos unter: www.azw.at/presse

Rückfragehinweis:
Architekturzentrum Wien
Mag. Ines Purtauf
+43 1 522 31 15-25
purtauf@azw.at
www.azw.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/498/aom

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