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Bauen heute

Neubau für das Stadtspital Dornbirn

 
Kaum in Betrieb genommen, zeigen sich bei Krankenhäusern oftmals die architektonischen Schwachstellen und es wird sehr schnell deutlich, dass der Platz für das Personal, die neuen Geräte, oder sogar für die Patienten nicht ausreicht und das Gebäude muss erweitert werden. Auch das Stadtspital Dornbirn benötigte nach nur zwanzig Jahren Betrieb eine Umstrukturierung: Es war vorgesehen, die bislang dezentralen Intensivstationen im Nahbereich der OP-Zone im ersten Obergeschoss zusammen zu legen. Ebenso waren die Errichtung von Bereitschaftsräumen, neue Räume für die Tagesklinik, die Umgestaltung des Eingangsbereichs und der Notaufnahme geplant.
Die Inbetriebnahme der Funktionsbereiche erfolgt etappenweise; die bauliche Fertigstellung der Intensivstation und der Tagesklinik ist auf Ende 2005 geplant. In weiterer Folge wird das gesamte Erdgeschoss mit den verschiedenen Ambulanzbereichen umgebaut.
 
 
In diesem Artikel wird lediglich auf den neuen und unkonventionellen Anbau eingegangen, der den gesamten Verwaltungstrakt des Spitals, sowie Aufenthaltsräume für die Ärzte beherbergt. Dieser Erweiterungsbau befindet sich auf einer rechteckigen Freifläche zwischen dem Bestand des Spitals und einer extrem schallbelasteten Strasse. Eigentlich dürfte diese Fläche gar nicht überbaut werden, da sich im Erdreich eine Tiefgarage befindet, die statisch nicht für eine Bebauung konzipiert ist. Dank einer intensiven Ingenieurarbeit konnte aber eine Lösung für dieses Problem gefunden werden. Die scheinbar schwerelose Aussenerscheinung des Anbaus ¿ mit seiner mattspiegelnden Untersicht aus Alucobond ¿, ist das Resultat einer stahlbautechnischen Meisterleistung. Der Neubau wurde auf zwei massiven Tragsäulen aus Beton und einigen dezenten Stahlstützen angehoben, und das Gewicht des Neubaus wurde in eine Lastabtragung umgesetzt, die punktgenau die Reserven der Garagendecke ausnutzt. Im Inneren der beiden Betonstützen sind die Erschliessungszonen mit Treppe und Aufzug untergebracht.
 
 
doppelte Glasfassade
 

Mit dem Aufständern des vorgelagerten Neubaus wurde nicht nur die eine Lösung für die Tiefgaragenüberbauung gefunden, sondern es bleibt auch noch genügend Platz, um unter und um den Neubau eine Grünfläche anzulegen, die von den Patienten des Spitals genutzt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Neubau durch die dezenten Stützen auf Höhe der Baumkronen zu schweben scheint, die entlang der viel befahrenen Strasse wachsen. Dadurch kann man beim Blick aus dem Fenster das Grün der alten Platanen geniessen und ist etwas abgeschirmt vom Lärm der Strasse.

Durch die Lage des neuen Baukörpers auf Höhe der zweiten und dritten Etage des Spitals ist die kürzeste Verbindung mit den zugeordneten Funktionsbereichen im Hauptbau gewährleistet, da man über eine Verbindungsbrücke von den Ärztebüros niveaugleich mit den Bereitschaftszonen im zweiten Stockwerk des Altbaus gelangt. Die Verbindung zum bestehenden Krankenhaus ist eine verglaste, etwa 30 m lange und 3 m breite Brücke, die aufgrund der spitalinternen Arbeitsabläufe häufig genutzt wird.

Desweiteren lässt das Aufstelzen auch die bisher gegebenen Blickfelder aus dem Straßenraum und von der Nachbarschaft zum Vorfeld und zum Haupteingang weiterhin offen. So bildet der Zubau einen massstäblichen Übergang zwischen der kleinkörnigen, niedrigen Baustruktur der Umgebung und dem bisher eher isolierten, grossformatigen Spitalkomplex, schafft darüber hinaus auch eine Aufwertung dieser öffentlichen Zone durch neue Zugänge, Vorfahrten und die nun teilweise überdachten, neu gestalteten Grünbereiche.

 
Fotos: © Schweizer Baudokumentation
 

Objektdaten


Projekt
Erweiterung und Umbau
Allgemeines Öffentliches Krankenhaus
der Stadt Dornbirn, Vorarlberg / Österreich
 
Adresse
Lustenauerstraße 4,
6850 Dornbirn / Vorarlberg
 
Bauherr
Stadt Dornbirn
 
Planung
Dipl. Ing. Markus Gohm &
Dipl. Ing. Ulf Hiessberger, Architekten
Montfortgasse 1
6800 Feldkirch / Vorarlberg
www.gohmhiessberger.com
 
Mitarbeiter
Otto Brugger,
Susanne Stöckerl
Andreas Xander
 
Statik Tragwerk
gbd, diem.schuler.pfefferkorn Dornbirn
 
Haustechnikplanung
Team GMI, Dornbirn
 
Elektroplanung
Peter Hämmerle, Lustenau
 
Bauphysik
Bernhard Weithas, Hard
 
Medizintechnikplanung
MTP GmbH, Hall in Tirol
 
Landschaftsplanung Aussengestaltung
Ernst Nussbaumer, Dornbirn
 
Logistikplanung
Limacher Partner AG, Zürich
 
Kostenmanagement
jm Projektabwicklung GmbH, Feldkirch
 
Bauleitung
gbd, diem.schuler.pfefferkorn Dornbirn
 
Bau- und Planungskoordination
Michael Hassler, Dornbirn
 
CAD Dienstleistung
CAD Haumer Schröcker Thurnher, Bürs
 
Kunst am Bau
Karl-Heinz Ströhle, Wien

 

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