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Gesundes Bauen/Baubiologie

Geomantie - Radiästhesie Feng Shui - Anthroposophisches Bauen


Geomantie bzw. Geomantik bedeutet ursprünglich Weissagung aus der Erde (von griech. gaia = Erde, manteia = Weissagung) und beansprucht, eine ganzheitliche Form der Naturwissenschaft zu sein. Sie beschäftigt sich damit, "natürliche Energieströme" und "Energiezentren" auf der Erdoberfläche auszumachen und in landschaftsgestalterische Maßnahmen einzubeziehen. In der Geomantik wird der Lebensraum als ein vernetztes System aus Energien, Informationen und Beziehungen zueinander gesehen. Sie stellt Fragen nach der "Magie von Orten" wie:

Warum gelten Orte als heilig?
Warum werden an ein und demselben Ort über Jahrtausende Gottheiten verehrt und Wallfahrten unternommen?
Gibt es Wasseradern, "Erdstrahlen", o.ä.?

Gibt es großräumige Landschaftsstrukturen, liegen z.B. auffallende Steine, oder Landmarken auf besonderen Linien.
Die Geomantie sieht ihre Aufgabe im Verstärken so genannter "positiver" und im Abschwächen so genannter "negativer Kräfte und Energiefelder", um so ein Optimum an Harmonie im Lebensumfeld zu erreichen. Der Geomant kombiniert die unterschiedlichen "Kräfte", er reduziert die "schlechten Einflüsse" für den Menschen und aktiviert die "positiven" und versucht festzustellen, welche Auswirkungen und Veränderungen auf das Lebensumfeld etwa beim Bau eines Gebäudes auftreten; er ergreift Maßnahmen, um Gleichgewicht und Harmonie herzustellen. Für Anhänger der Geomantie ist es nicht unwesentlich, wie ein Gebäude platziert, ein Raum gestaltet oder die Umgebung in das Gesamtgefüge positiv eingegliedert wird.
Geomantie wird oft auch als "Landschafts-Feng-Shui" charakterisiert, da in China diese Lehre der Naturbeobachtungen als Feng Shui bezeichnet wird.
Die Geomantie wird von der modernen Naturwissenschaft nicht anerkannt und fällt eher in den Bereich der Esoterik oder Pseudowissenschaften. Bei der Berechnung der geomantischen Landschaftsstruktur, die durchaus anspruchsvolle mathematische Methoden verwendet, werden historische Bauwerke als Basispunkte des Landschaftsnetzes verwendet. Dies geschieht unter der Annahme, dass die Menschen im Altertum bzw. Mittelalter bereits geomantisch optimale Bauplätze gewählt haben.
Für Anhänger der Geomantie interessante Orte sind z.B.
die Pyramiden von Gizeh
Stonehenge
die Externsteine im Teutoburger Wald
die Steinreihen von Carnac und das Inselheiligtum von Gavrinis in der Bretagne
Kraftort bei Scheuren / Forch in der Schweiz
Belchen-Dreieck aus dem Belchen im Schwarzwald, Belchen in der Schweiz und Belchen (Ballon d' Alsace) im Elsass.
Blauen-Dreieck aus dem Blauen im Schwarzwald, Blauen in der Schweiz und Blauen (Grand Ballon) im Elsass

Literatur
Marco Pogacnik: Wege der Erdheilung, Droemer Knaur , 2001, ISBN 3426871475
Knoblauch, H.(1991) Die Welt der Wünschelrutengänger und Pendler - Erkundung einer verborgenen Wirklichkeit. Campus Verlag, Frankfurt/Main, New York.
Weblinks
www.gwup.org/themen/texte/erdstrahlen GWUP-Themeneintrag: Erdstrahlen
www.hagia-chora.org
www.ourvitalworld.com
www.ljudmila.org/pogacnik
www.pimath.de/PiRuhr/Kapitel5/ruhrgebiet5.html geomantische Landschaftsstruktur im Ruhrgebiet
Geomantie - Radiästhesie Feng Shui - Anthrosophisches Bauen

(lat. radius, »Strahl«, griech. aisthanomai, »empfinden«) bedeutet Strahlenfühligkeit oder Strahlenempfindlichkeit. Geprägt wurde der Begriff 1930 durch den Geistlichen Abbe M. L. Bouly.
Die Radiästhesie ist eine seit dem 18. Jahrhundert bekannte Grenzwissenschaft, die sich mit der Untersuchung geopathogener Störzonen wie Wasseradern und Erdstrahlen mittels Wünschelruten und Pendeln beschäftigt. Physikalisch gesehen sind diese Wünschelruten ungedämpfte Resonanzkörper, deren Eigenfrequenz der Frequenz der Erdstrahlung entsprechen soll. Diese traditionellen Methoden werden heute durch elektromagnetische und radioaktive Messverfahren ergänzt, die es im 18. Jahrhundert selbstverständlich noch nicht gab.
Die Anwendungsgebiete liegen in der
Geologie und Hydrologie,
Botanik,
Biologie und Medizin,
Psychologie.
Die Radiästhesie untersucht
elektromagnetische Felder
elektromagnetische Gitternetze (Hartmann-Netz, Curry-Netz) der Erdatmosphäre
Lagerstätten
geologische Verwerfungszonen mit erhöhter radioaktiver Strahlung
schnell fließende Wasseradern
Aufgrund ihrer geringen Trefferquote ist die Radiästhesie unter Naturwissenschaftlern umstritten: "Die Treffsicherheit durchschnittlicher Rutengänger war in den durchgeführten Testreihen schlecht und in den meisten Fällen kaum oder nicht vom Zufall zu unterscheiden. Einige Rutengänger wiesen bei speziellen Aufgaben eine außerordentlich hohe Treffsicherheit auf, welche kaum oder nicht durch Zufall erklärt werden kann." (König/Betz, S. 9)

Anwendungsbeispiele

In Österreich werden in Spitälern manche Patientenzimmer gegen Erdstrahlen mittels Wellblech abgeschirmt, um das Wohlbefinden der Patienten zu steigern. Solche Effekte auf den Menschen konnten mit einem EKG nachgewiesen werden.(http://moderntimes.orf.at/web/beitrag/beitragc300.html).
Unter dem Titel "Unkonventionelle Wasserfindung - Felderprobung der Rutengänger-Methodik in Trockenzonen mit kristallinem Untergrund" präsentiert die Abhandlung durch eine jüngst veröffentlichte Schrift der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) die Erfahrungen von Entwicklungshelfern mit professionellen Rutengängern. "Eine Erfolgsrate von 96 Prozent bei 691 Bohrungen unter teilweise schwierigen geologischen Verhältnissen hat Gewicht, auch wenn keine rein wissenschaftliche Zielsetzung und Begleitung damit verbunden war", kommentiert der Geowissenschaftler Prof. Hans Berckhemer von der Uni Frankfurt rutengängerischen Erfolg in Sri Lanka. "Konventionelle Prospektion im gleichen Gebiet brachte es auf Trefferquoten von rund dreißig Prozent, daß heißt, nur jede dritte Bohrung verlief erfolgreich." (Schmidt, S. 42)
Siehe auch: Erdstrahlung, Geomantie

Im Jahre 1974 führte Roche in Basel interessante Versuchsreihen mit Videodokumentation durch. Den Rutengängern wurde die Aufgabe gestellt, eine künstliche Wasserader mit regulierbarer Schüttung zu muten. Die Aufgaben bestanden darin, anzugeben, ob Wasser fließt oder nicht und in welcher Richtung. Die Trefferquote lag durchschnittlich bei 70 %. (Roche Magazin Nr. 3, April 1978).

Literatur:
H. L. König, H. D. Betz: Der Wünschelruten-Report - Wissenschaftlicher Untersuchungsbericht, 1989, ISBN 3-923819-05-6
Jörg Purner: Radiästhesie – Ein Weg zum Licht? Wettswil, 1994, ISBN 3907029356
Jörg Purner: Radiästhetische Untersuchungen an Kirchen und Kultstätten. Innsbruck, 1981
Hans Schmidt: Der Wünschelruten-Effekt, in: bild der wissenschaft 1/1992, Seite 38-42
Weblinks
Ausführliche Literaturliste
Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften
erste Objektivierungsstudie durch das Forschungsinstitut für technische Physik in Wien. Objektiviert wurden die Wünschelrutengeher untereinander, nicht die Bedeutung ihrer Aussagen.
Die Neutralität dieses Artikels ist umstritten. Mehr dazu siehe Wikipedia:Neutraler Standpunkt

Erdstrahlung
Die umstrittene Parawissenschaft der Radiästhesie versteht unter Erdstrahlung "die Summe der natürlichen aus der Erde aufsteigenden Strahlungen". Weil das Erdinnere vulkanisch aktiv sei und eine große Masse habe, wirke eine Vielzahl von Strahlungen mit unterschiedlicher Stärke auf uns ein. Durch geologische Strukturen und Wasseradern könnten zusätzliche Strahlungen entstehen oder vorhandene verstärkt werden.
Die Erdstrahlung soll auf den Energiekörper des Menschen einwirken. Über den Energiekörper wirkten alle Strahlungen auf den organischen Körper und lösten in diesem Schwachstellen ererbter Art aus, die im strahlenfreien Normalfall nicht reagieren würden. Die Wirkung von Strahlungen sei am Schlafplatz durch die lange Einwirkdauer und den herabgesetzten Stoffwechsel der Nacht besonders intensiv. Allerdings gibt es keine experimentellen Belege für die häufig behauptete Beeinträchtigung der Gesundheit, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Zweifelsfrei nachweisbar und nicht parawissenschaftlich sind Strahlen, die von natürlicherweise vorhandenen radioaktiven Elementen in der Erdkruste ausgesendet werden. Diese Strahlung ist besonders in unterirdischen Höhlen und geschlossenen Beton-Bauwerken (Beton enthält u. a. radioaktives Kalium-40) wie Bunkern feststellbar. Ob diese zu einer relevanten Gefährdung der Gesundheit führen ist umstritten, da in der Regel die Dosisleistung nur sehr gering ist. Es ist aber gesichert, dass dosisunabhängig jede Form von ionisierender Strahlung für Lebewesen zumindest minimal schädlich ist, da sie Mutationen am Erbgut -- und damit Fehlbildungen bei späteren Kindern des Betroffenen -- sowie Krebs auslösen kann.
Das Bundesamt für Strahlenschutz rät den Bewohnern von Gebieten mit erhöhter radioaktiver Erdstrahlung (also insbesondere im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet, siehe Radonatlas unten), Risse im Fundament mit geeigneten Maßnahmen abzudichten.

Weblink
Geobiologische Erklärung der Erdstrahlen

Die Wünschelrute
Die Wünschelrute oder Zauberrute ist ein Stück gegabeltes Haselnussholz, Metall oder Plastik, meist in der Form einer Zwille, das mit zwei Händen locker gehalten vom Körper des Trägers wegweisend verwendet wird.
Der Begriff Wünschelrute leitet sich von dem altdeutschen Wort wünschen ab, welches auch zaubern bedeutet; die Wünschelrute wird daher auch kurz der "Wunsch" genannt (z. B. im Nibelungenlied, wo es heißt: "Es lag der Wunsch darunter, von Gold ein Rütelein"),Physikalisch gesehen sind diese Wünschelruten ungedämpfte Resonanzkörper, deren Eigenfrequenz der Frequenz der Erdstrahlung entsprechen soll. Bei einem Fund schlägt die Rute dem Glauben nach über der sogenannten Reizzone mit unterschiedlicher Intensität aus. Mit einer Wünschelrute ist es dem Rutengänger nach eigenem Bekunden möglich, Wasseradern, Gold, Kohle, Erze, Erdöl, Mineralien oder sogar verborgene Schätze aufzuspüren. Rutenausschläge können demnach auch auf geologische Verwerfungen sowie das Erdgitter hinweisen. Bereits im 16. Jahrhundert nutzten Bauern diese Methode zum Auffinden von Erzen. Erste Aufzeichnungen über Wünschelruten reichen noch weiter bis ins Römische Reich und das alte Ägypten zurück.
Die Wünschelrute ist das traditionelle Werkzeug der Radiästhesie, sie ist jedoch wegen ihrer geringen Trefferquote umstritten und wird heute durch modernere Messverfahren ergänzt: "Die Treffsicherheit durchschnittlicher Rutengänger war in den durchgeführten Testreihen schlecht und in den meisten Fällen kaum oder nicht vom Zufall zu unterscheiden. Einige Rutengänger wiesen bei speziellen Aufgaben eine außerordentlich hohe Treffsicherheit auf, welche kaum oder nicht durch Zufall erklärt werden kann." (König/Betz, S. 9)

Geschichte und Entwicklung

Die Wurzeln des Glaubens an die besondere Kraft gewisser Baumzweige, besonders des gabeligen Mistelzweigs, lassen sich einerseits auf den Zauberstab der Magier und Götter, anderseits auf die alte Stabwahrsagung der Asiaten zurückführen.
Schon in der Bibliothek von Ninive wird eine Göttin als "Herrin des magischen Stabes" genannt; auch Moses' Stab dient zum Quellenhervorlocken, und besonders nach dem die Pforten der Unterwelt eröffnenden Schlangenstab des Hermes wird die Wünschelrute später als Virgula divina seu mercurialis bezeichnet, wie denn der dem Hermes in mancher Beziehung entsprechende deutsche Sturmgott Wuotan als "Gottheit des Wunsches und Stabes" bezeichnet wird.
Die Stabwahrsagung oder Rhabdomantie scheint von den mongolischen Stämmen (Skythen, Tataren) und Chinesen auf Perser und Juden übergegangen zu sein, und auf das Wahrsagen aus auf die Erde geworfenen Stäben scheint sich die Klage Hoseas: "Mein Volk fragt sein Holz, und sein Stab soll ihm wahrsagen" zu beziehen.
Der Gebrauch der Wünschelrute zur Aufsuchung verborgener Dinge entwickelte sich im Mittelalter zu einer besonderen Wissenschaft namentlich einzelner Bergleute, die man Rutengänger nannte. Man hielt einen in der Johannisnacht unter verschiedenen Ansprachen und Zeremonien geschnittenen Gabelzweig vom Haselnussstrauch für vorzugsweise tauglich und trug ihn, gewöhnlich die Gabelenden mit beiden Händen umschlossen, so, dass der Stiel der Gabel in die Höhe stand und sich dann nach den Orten, wo sich die gesuchten Dinge befänden, bewegen ("schlagen") sollte.
Der Glaube an die Wünschelrute war so allgemein, dass die Physiker bis ins 19. Jahrhundert die verschiedenartigsten Versuche angestellt haben, ihre Bewegungen aus natürlichen Ursachen zu erklären.
Gegen das Ende des 17. Jahrhunderts setzte ein Rutengänger, Jacques Aymar, welcher vorgab, durch die Bewegungen seiner Rute die Spur von Verbrechern verfolgen zu können, Rechtsgelehrte und Physiker in Aufregung, und obwohl der Prinz von Conde diesen Mann als Betrüger entlarvte, schrieben die Physiker dicke Bände, um die Bewegungen der Rute durch den Einfluss der kleinen, von den verborgenen Dingen ausströmenden "Körperchen" oder Cartesiusschen "Geisterchen" zu erklären.
Im 18. Jahrhundert veröffentlichte der französische Physiker Thouvenel wohl ein Dutzend Denkschriften über zwei Quellenfinder, Bleton und Pennet, und diese Versuche wurden in Italien von Fortis und Amoretti, in Deutschland von Ritter, Baader Und Kieser fortgesetzt. Alle Letztgenannten glaubten an eine besondere "elektrometrische" Kraft, welche in reizbaren (sensitiven) Personen durch Metalladern oder unterirdisches bewegtes Wasser erregt werde und sich nicht bloß in den Bewegungen der in der Hand gehaltenen Holzzweige und andrer Dinge, sondern auch in körperlichen Empfindungen, ja Konvulsionen äußern sollte.
Mehrere der letzterwähnten "Metall- und Quellenspürer", namentlich der italienische Landmann Campetti, mit welchem Amoretti und die Physiker der Münchener Akademie in den ersten Jahrzehnten unsers Jahrhunderts experimentierten, benutzten statt des Holzstabes auch den so genannten. "bipolaren Cylinder", einen zwischen Zeigefinger und Daumen gehaltenen Metallstab, und das "siderische Pendel", ein an einem Faden aufgehängtes Stück Kohle, Schwefelkies u. dgl., welches unter dem Einfluss verborgener Metalle und strömenden Wassers in Schwingungen geraten sollte.
Nachdem man die tierische Elektrizität samt dem "tierischen Magnetismus", einen davon nicht wesentlich verschiedenen Tellurismus und Siderismus sowie das Od zur Erklärung der nicht abzuleugnenden Bewegungen genannter Instrumente zu Hilfe gerufen und eine kaum übersehbare Literatur über diesen Gegenstand entstanden war, gaben endlich Gilbert, Marechaux, Erman, Pfaff u.a. diesem Aberglauben den Todesstoß, indem sie nachwiesen, dass es sich einzig um Bewegungen handle, die durch unbewusste so genannte. ideomotorische Bewegungen hervorgerufen werden, wie denn bereits Zeidler in seinem 1700 erschienenen "Pantomysterium" nachgewiesen hatte, dass die Rute sich bewegte, wenn der Träger derselben den gesuchten Gegenstand auch nur gefunden zu haben glaubte.
Chevreul( "Journal des Savants" 1854) hat diese Erklärung Ende des 19. Jahrhunderts durch geistreiche und umständliche Versuche bestätigt.

Literatur:
H. L. König, H. D. Betz: Der Wünschelruten-Report - Wissenschaftlicher Untersuchungsbericht, 1989, ISBN 3-923819-05-6
Vallemont: Physique occulte, ou traite de la baguette divinatoire. Paris 1696
Aretin: "Neuer litterarischer Anzeiger" von 1807, S. 305-477
Carus Sterne: Die Wahrsagung aus den Bewegungen lebloser Körper unter dem Einfluß der menschlichen Hand. Weimar 1862

Geomantie - Radiästhesie Feng Shui - Anthrosophisches Bauen

Feng-Shui (ausgesprochen fang-schuei), das Muster von Wind und Wasser, ist die Kunst und Wissenschaft vom Leben in Harmonie mit der Umgebung.
Die Ursprünge der Feng-Shui-Kunst sind im Taoismus begründet und im Tao-te King dem ältesten Schriftstück der taoistischen Philosophie niedergeschrieben. Lao Tse ein Zeitgenosse von Kung Fu Tse (Konfuzius) soll der Verfasser sein und hat zwischen 600 und 300 v.Chr. gelebt. Tao bezieht sich auf einen Lebensweg, dessen Befolgung zu einer Harmonie mit der Natur führt. Innerhalb des Großen Weges des Tao gibt es verschiedene kleinere "Taos" wie das Feng-Shui, die Teezeremonie oder die Landschaftsmalerei. Jedes der 81 Gedichte des Tao-te King enthält Hinweise darauf, wie man das Große Tao erkennen und befolgen kann. Kein Gedicht versucht, das Tao zu erklären; alle weisen nur auf den Weg hin.

Das Blut der Erde: Ch'i
Unabhängig von der gedanklichen Schule bleibt das Hauptziel die Verdeutlichung des ch'i-Gehalts eines Ortes. Ch'i kann vielleivht als "Lebensatem" übersetzt werden und ist die aktive Energie, die durch die Formen fließt, die durch li produziert wurden. Als solches ist es für die Veränderungen der Formen verantwortlich, die für alle lebenden Dinge charakteristisch sind, auch für die Erde selbst.
Was für den Mikrokosmos zutrifft, hat auch für den Makrokosmos Gültigkeit, und ch'i wird natürlich angesammelt und kann an gewissen Stellen in der Erde verbessert werden, wenn landschaftliche Veränderungen unter Anwendung der Regeln von Feng-Shui durchgeführt werden.

Die Wurzeln des Feng Shui - Das I-Ging
Das I-Ging, als "Buch der Wandlungen" bezeichnet, ist vielleicht die älteste Schrift über Philosophie, Kosmologie, Prophezeiungen und Transformation, die es in der chinesischen Zivilisation gibt.


YIN & YANG

Die älteste Idee der chinesischen Philosophie, die in allen Bereichen der Kunst und Wissenschaft vorkommt, ist die Einteilung in Yin und Yang. Yin und Yang entstehen aus dem einen Ursprung und bringen dann ihrerseits die enorme Vielfalt der Erscheinungen, einschließlich des gesamten materiellen Universums, hervor. Die ursprüngliche Bedeutung von Yang lautet: "Banner, die in der Sonne wehen"; Yin heißt "wolkig, bedeckt".

Die Eigenschaften von Yin und Yang

  • Yin und Yang treten immer gemeinsam auf, niemals isoliert.
  • Yin und Yang befinden sich in einem dauerhaften Zustand von Veränderung und Gleichgewicht.
  • Yin und Yang sind nicht absolut, sondern nur in Relation zueinander zu verstehen.
  • An der Spitze des Yin steigt Yang auf und Yin ab.
  • An der Spitze des Yang steigt Yin auf und Yang ab.
  • Yang und Yin erscheinen als dynamische Paare von Gegensätzen.
  • Yang und Yin verstärken einander, Schicht um Schicht.
  • Yang und Yin erschaffen zur Erde gehörende Dinge in sechs Stufen.
  • Phänomene verstecken sich und spielen im Gefolge von Yang und Yin.

  • Die Manifestationen von Yin und Yang

    Yang Yin
    hell dunkel
    aufsteigend absteigend
    bewegend still
    expansiv zusammenziehend
    innovativ traditionell
    kreativ rezeptiv
    ausgebend erhaltend
    weiß schwarz
    Nordpol Südpol
    Berg Tal
    grader Weg gewundener Weg
    lineare Zeit zyklische Zeit
    physische Welt astrale Welt
    Banner, die im Wind wehen wolkig, bedeckt


    Die Fünf Elemente
    Die Chinesen glauben, dass die Wechselwirkung der fünf Elemente Erde, Holz, Feuer, Metall und Wasser den Ablauf der Naturerscheinungen regeln. Die Elemente sind dabei nicht als reale Substanzen zu verstehen, sondern als Symbole und abstrakte Kräfte für bestimmte grundlegende Eigenschaften der Materie.
    Bei der Anwendung des Feng Shui wird versucht, die Wechselwirkungen dieser Elemente in der physischen Umgebung zu deuten. Dabei werden zwei Arten zyklischer Zusammenhänge unterschieden. Nach dem "Hervorbringungszyklus" erzeugt Holz Feuer, Feuer bedingt Erde, Erde fördert Metall, Metall bedingt Wasser und Wasser erzeugt Holz. Nach dem "Zerstörungszyklus" besiegt Wasser Feuer, Feuer zerstört Metall, Metall besiegt Holz, Holz zerstört Erde und Erde besiegt Wasser.

    Die Acht Trigramme


    Die Acht Trigramme sind eine Erweiterung der Yin-Yang-Theorie und dienen zum Verständnis des I-Ging. Dieses Werk ist in 64 Abschnitte unterteilt, von denen jeder mit einem Muster aus sechs Linien betitelt ist, die als Hexagramm bekannt sind..

    K'un das Empfangende, die Erde
    Chen das Erregende, der Donner
    K'an das Abgründige, das Wasser
    Ken das Stillehalten, der Berg
    Chien das Schöpferische, der Himmel
    Sun das Sanfte, der Wind
    Li das Haftende, die Flamme
    Tui das Heitere, der See



    Das magische Quadrat Lo-Shu

    Nach chinesischen Überlieferung tauchte im 3. Jahrtausend v.Chr. eine Schildkröte aus dem legendären Fluß Lo auf, mit einem Quadrat auf ihrem Rücken in dem die neun Grundzahlen angeordnet waren. Dieses Gittermuster fand eine Entsprechung in den acht Trigrammen, die um einen zentralen Punkt angeordnet waren.
    Die Zahlenanordnung erfolgte so, dass die Addition in jeder beliebigen Richtung stets 15 ergibt - die Zahl der Tage, die es dauert, bis aus dem Neumond ein Vollmond geworden ist.


    Das Lo-Shu Quadrat und das Pa-kua
    Die Quadratstruktur ist so auf das Achteck zu legen, daß Süden der Zahl Neun und Norden der Zahl Eins entspricht. Die Zahlen enthüllen dann auf der Grundlage der chinesischen Quellentexte über das Quadrat und die Numerologie weitere Pa-kua-Bedeutungen


    Lehrschulen
    Die Landschaftsschule

    In diesem System wird untersucht, wie natürliche geologische Formen und künstliche Formen wie Straßen, Häuserblöcke und Städte einzelne Gebäude beeinflussen. Auch die Formen von Gebäuden, Räumen und Mobilar werden von der Landschaftsschule berücksichtigt. Ziel dieser Richtung des Feng Shui sind Erkenntnisse über die energetische Qualität eines Ortes. Anschließend wird bewertet, welche Einflüsse auf die dort lebenden Menschen sich aus dieser Konstellation ergeben. Veränderungen werden vorgenommen, die eine größere Übereinstimmung und Harmonie mit bestehenden Formsystemen ermöglichen.


    Die Kompaßschule

    In diesem System des Feng Shui geht es darum herauszufinden, in welcher Relation sich ein Mensch zur ursprünglichen Quelle des Universums befindet, wenn er sich an einem bestimmten Ort aufhält. Dazu wird ein Luo Pan verwendet, ein Feng Shui Kompaß, um die Richtungen und Übereinstimmungen eines Ortes mit dem Kosmos zu messen. Durch die richtige Orientierung lassen sich ein Gebäude oder das Mobilar eines Raumes in gleicher Weise gestalten wie die göttliche Himmelskostellation. Wenn ein Mensch sich in einem Glück verheißenden natürlichen Mandala befindet, werden sich all seine Wünsche und Träume erfüllen, einschließlich der geistigen Erleuchtung.


    Das Drei-Türen-Bagua
    Bagua bedeutet Acht (Ba) Trigramme (Gua) und bezieht sich auf das I-Ging.
    Beim Anwenden der Drei-Türen-Bagua-Methode wird ein Raster mit neun gleichen Rechtecken über den Grundriss des Hauses/der Wohnung gelegt. Die äußeren Rechtecke sind den acht Trigrammen zugeordnet und repräsentieren verschiedene Lebensbereiche, das mittlere Rechteck entspricht dem Zentrum des Hauses/der Wohnung, dem sogenannten Tai Chi. Das Raster wird dabei so angelegt, dass entweder der Bereich "Bildung/Wissen", "Karriere" oder "Hilfreiche Menschen" mit der Wand, an der sich die Eingangstüre des Hauses/der Wohnung befindet, übereinstimmt (deshalb "Drei-Türen-Bagua"). Ist der Grundriss des Hauses/der Wohnung nicht rechteckig, werden "Fehlbereiche" durch Hilfsmittel ausgeglichen. Vorhandene Bereiche können durch entsprechende Accessoires gestärkt werden. Das Drei-Türen-Bagua soll helfen, den Wohnort als Spiegel der eigenen Persönlichkeit zu verstehen und Problembereiche und Mängel zu erkennen

    Ausführlichere Erläuterungen zum Thema unter www.feng-shui.de/aktuelles/
    Weitere interessante Links:
    Austria Feng Shui Center
    Der Berufsverband für Feng Shui & Geomantie eV
    Komplexe Informationen zum Thema Feng Shui (in Englisch).
    Feng Shui Center Baden-Brugg


    Geomantie - Radiästhesie Feng Shui - Anthrosophisches Bauen

    Was ist Anthroposophie
    Die Anthroposophie ist eine bereits weltweit vertretene Denkrichtung und Lebenshaltung, die aus der Theosophie von Hlena Blavatsky (1831 – 1891) entstanden ist. Begründer war Rudolf Steiner (1861 – 1925) der die Abspaltung von der "Theosophischen Gesellschaft Adyar" 1912 vollzog. Rudolf Steiner entwickelte die Antrosophie zu einer Weltanschauung mit christlich – humanistischem Hintergrund und übernahm die Naturphilosophie Goethes, den deutschem Idealismus und Ernst Haeckels religiösen Biologismus. Steiner: "Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschen zum Geistigen im Weltall führen möchte." Hauptsitz der Bewegung ist das Goetheaneum in Dornach , Schweiz.


    Philosophische Basis
    In Steiners Hauptwerken Wahrheit und Wissenschaft und Die Philosophie der Freiheit, findet sich die philosophische Basis der Antrosophie. Anhand einer systematischen Kritik der Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant , des Neokantianismus und Weiterentwicklung der Phänomenologie Goethes wurde ein auf seelischer Beobachtungserfahrung gegründeter ontologischen Monismus entwickelt. Dieser mündet in einer Freiheitsethik, in deren Zentrum die aus Erkenntnis und Liebe handelnde und gesellschaftsbildende Individualität steht. Kernpunkt ist, dass Erfahrung, als Ergebnis einer Synthese von Wahrnehmung und Begriff, ihre Objektivität verbürgende Wahrheit aus dem seiner selbst gewahr werdenden Denken bezieht. Voraussetzungslose Voraussetzung jeder Aussage ist, die Unterordnung von Erfahrungen unter die Begriffe subjektiv und objektiv.

    Das Denken des Menschen ist eine durch diesen beobachtbare Tätigkeit und bildet erst seinen Subjekt-Begriff, den "Ich"-Begriff. Dieser "Ich"-Begriff steht den Dingen und Objekten gegenüber, die der Mensch, ebenso wie sich selbst, benennt.

    Das Denken des Menschen (seine höheren geistigen Funktionen) kann den Subjekt-Begriff, das heißt den "Ich"-Begriff, genauso zum Gegenstand seiner Betrachtungen machen wie die Begriffe von den Objekten (Ich kann über mich nachdenken, wie über den Baum.)
    Das Objekt als Gegenstand ist das Produkt der Synthese aus Wahrnehmung und Begriff, somit ist Wirklichkeit ein Produkt von und nicht eine Bedingung für Erkenntnisprozesse. Diese Ansicht ist Grundlage für Steiners späteren Anspruch, "exakte wissenschaftliche Beobachtungen" über die "geistige Welt" erstellen zu können.

    Lehrinhalt der Antroposophie
    Nach der anthroposophischen Lehre existiert der Mensch in vier ineinandergreifenden Ebenen:
    dem physischen Leib (Körper),
    dem Ätherleib oder Lebensleib,
    dem Astralleib und
    dem Ich.

    Der Menschen ist somit ein im Geiste wurzelndes Wesen. Als Ganzes bildet die Menschheit ein viertes Naturreich der Erde. Dem Tierreich fehlt das Ich, sie haben keine selbstbewusste Körperseele. Das Pflanzenreich lebt im Physischen mit dem Lebensleib (Äther).

    Beim Menschen gibt es noch weitere Untergliederungen wie:

    Leib, Seele, Geist.
    Physis, Lebensleib Astralleib.
    Empfindungsseele, Verstandesseele Bewusstseinsseele.
    Geistselbst, auch Manas, Lebensgeist, auch , Geistesmenschen,auch Atman.

    Atralleib und Empfindungsseele verbinden sich zum empfindenden Seelenleib Bewusstseinseele und Geistselbst verbinen sich zur geisterfüllten Bewusstseinsseele.
    Daraus ergeben sich 7 Teile des irdischen Menschen:
    Der physische Körper
    Der Äther- oder Lebensleib
    Der empfindende Seelenleib
    Die Verstandesseele
    Die geisterfüllte Bewusstseinsseele
    Der Lebensgeist
    Der Geistesmensch

    Der Ätherleib erhält im Schlaf die Physis und regeneriert die Körperorgane.
    Mit dem Tode verfällt der physische Körper und wird so dem mineralischen Erdenreich zurückgegeben. Der Ätherleib bildet nach dem Tode durch Auflösung die Basis für die Lebensrückschau der Seele., mit deren Essenz das Geisterland bis zu einer Wiederverkörperung durchlaufen wird bis der Geistes wieder in die physischen Welt eintritt. Diese zyklische Reinkarnation> ist notwendigerweise durch das individuelle Schicksal (Karma) des Menschen bestimmt.
    Das Ziel der Anthroposophie ist, durch Meditation, Selbsterziehung, Beobachtung und Offenheit auf einer lebenslangen 'Suche', höhere Bewusstseinsebenen zu erreichen. Der Mensch und die gesamte Welt (geistige und physische) befinden sich in einer beständigen Entwicklung (Evolution).

    Soziologie der Anthroposophischen Bewegung
    Soziologisch, weltanschaulich-religiös und politisch ist die anthroposophischen Bewegung sehr heterogen und sein Werk wird innerhalb der Anthroposophie nicht einheitlich interpretiert. Neben esoterisch orientierten Anhängern finden sich praktisch-innovative Ansätze:
    In der Erziehung die Waldorfpädagogik, In der Religion die Christengemeinschaft,
    Politisch – sozial die Dreigliederung des sozialen Organismus,
    Im Geldwesen die Gemeinschaftsbank,
    biologisch-dynamische Landwirtschaft beziehungsweise Demeter-Landbau
    Antroposophisches Bauen und Architektur
    Anthroposophie Medizin, unter Einbezug der Homöopathie, und Phytotherapie, gesetzlich anerkannt, wird von den Kassen teilweise erstattet!
    Die rein philosophischen Ansätze in Steiners Werken werden zum Teil sehr kontrovers interpretiert.

    Rassismus, Antisemitismus, Religion in der Anthroposophie?


    Aus einer Anzahl von Steiner-Zitaten entstand der Vorwurf des Rassismus, da Steiner Menschen-Rassegedanken mit Evolution verbindet. Viele Anthroposophen halten diese Zitate für aus dem Kontext gerissen und überbewertet, Kritiker sorgen sich um die ihrer Meinung nach wertenden und selektiven Äußerungen aus der Zeit vor dem Nationalsozialismus, die von der derzeitigen Anthroposophie nicht hinreichend revidiert würden. Im Nationalsozialismus ließ man sich jedoch nicht vereinnahmen und ließ nicht zu, dass jüdische Schüler verlassen mussten. Ab 1941 mussten sämtliche anthroposophischen Einrichtungen schließen. Man muss dieses Problem dem Zeitgeist zuschreiben, dem Einfluss auf die Überlegungen zur Nachhaltigkeit in unserer heutigen Zeit, tut dies keinen Abbruch- wie auch der Antisemitismus Luthers - seine reformatorischen Ideen nicht in Abrede stellen. Die Anthroposophen konnten sich bislang erfolgreich gegen Vereinnahmungen von Rassisten, Nationalisten und Ideologen behaupten. Die Kirchen lehnen die Antroposophische Lehre vor allem wegen der Inkarnation und dem Karma als Sekte ab. Wiederholt wurde sowohl vonAnthroposophen als auch von anthroposophisch orientierten Theologen das Gespräch mit der evangelischen und katholischen Kirche gesucht. Die Impulse zur Dreigliederung der Gesellschaft in Wirtschaftsleben, Geistesleben und Rechtsleben führten in den 1970er Jahren zur Begründung von eigenständigen Freien Hochschulen und basisdemokratischen Bewegungen, an denen zum Beispiel der Künstler Joseph Beuys maßgeblich beteiligt war. Auch Joseph Beuys Initiative zur Gründung der Partei der Grünen (Die Grünen) geht auf diesen eigenständigen Impuls zurück.


    Anthroposophische Architektur
    Rudolf Steiner bedient sich bei seinen Schriften zur anthroposophischen Architektur der Wertevorstellungen Goethes und bezieht sich dabei auf die Antike und die Gotik. Die vorher festgesetzte Harmonie der Griechen hat bei Steiner eine Schlüsselfunktion. Sie ist die erste Stufe einer Dreiteilung, die vom Wissen ausgeht - geistiges weilt unter den Menschen. Zweitens die gotische Periode – seelisches zum Geist zu erheben - und als Vollendung der Baukunst die Selbsterkenntnis - Einswerden mit dem Geiste. Trotz seinem Widerstand gegen Technik und Materialismus ist er nicht maschinenstürmerisch und rückwärtsorientiert. Das Goetheaneum ist kein Tempel mehr, sondern die Rückkehr zur Natur muss mit dem voll entwickelten Geist der Gegenwart geschehen. Im anthroposophischen Bauschaffen sind auch keine Versatzstücke hellenistischer- oder gotischer Bauten zu finden. Architektur sollte eine künstlerische Umhüllung geisteswissenschaftlicher Arbeit sein und keinen Symbolkarakter haben wie z.B. faschistische Architektur! Für die Formensprache seiner Architektur nennt er keine Quellen. Aber wenn man weiß, dass Rudolf Steiner gebürtiger Ungar ist aus, dem kroatischen Teil des damaligen Ungarns – werden die Wurzeln seiner Formensprache erkennbar. In der ungarischen und tschechischen Architekturszene um die Jahrhundertwende, im Jugendstil, findet man die von Steiner modifizierte Formensprache wieder wie bei den Architekten Aladár Kármann / Gyula Ullman, Béla Laja in Budapest und Josef Chochol in Prag. Es gab auch eine ungarische Gruppe von Architekten die versuchten einen nationalen Stil auf der Grundlage der ländlichen und fernöstlichen Bautraditionen zu entwickeln. Vertreter dieser Richtungen waren z. B. Kós Karoly und Ódon Lechner . Von Imre Makovecz wurde diese Idee in den 70 / 80er Jahren wieder aufgenommen und mit anthroposophischer Philosophie verbunden. Durch seine Schüler ist diese Architekturauffassung noch heute in Ungarn stark verbreitet.


    Béla Lajta: Einsegnunghalle des jüdischen Friedhofs Budapest. Quelle: "Die Architektur der Donaumonarchie" Àkos Moravansky


    Josef Chochol: Einfamilienhaus in der Libusina ulice

    Grundriß und Gartenfassade, Prag 1912/13

    Als Architekturrichtung kann man die anthroposophische Architektur zur Gruppe der organischen Architektur zählen. Sie ist nicht vordergründige Naturnachahmung, sondern das Entwerfen von gebauten Organismen ist das Ziel. Auf die Grundlage geistiger Erkenntnis soll ein Ganzes entstehen, das über die Einzelkompenenten hinaus Bezüge und Wirkungen enthält, die nur in der Anschauung erlebt werden. Die organische Architektur der Anthroposophen nimmt die inneren und äußeren Beschränkungen als Herausforderung an und versucht den Widerspruch zwischen Schönheit, Zweckdienlichkeit und Umwelteinbildung zu lösen, indem sie die Übereinstimmung mit dem Wesen des Menschen sucht. Dieses Wesen des Menschen soll wiederum im Einklang mit geistigen und natürlichen Zusammenhängen stehen.
    Organische Architektur ist deshalb auch zugleich ökologische und nachhaltige Architektur .

    Goetheanum
    Bilder des ersten und zweiten Goetheanums als Beispiel für den Architekturimpuls Rudolf Steiners.
    Das markante Gebäude des Zweiten Goetheanum gehört zu den frühesten (1928) und künstlerisch bedeutendsten Bauten aus Stahlbeton. Es entstand nach einem Modell Rudolf Steiners als Gedenkbau für den an gleicher Stelle errichteten hölzernen Doppelkuppelbau des Ersten Goetheanum, der in der Silvesternacht 1922 einer Brandstiftung zum Opfer fiel.
    Webseite


    Erstes Goetheanum mit Heizhaus und Glashaus (Atelier)

    Goetheanum

    Das markante Gebäude des Zweiten Goetheanum gehört zu den frühesten (1928) und künstlerisch bedeutendsten Bauten aus Stahlbeton. Es entstand nach einem Modell Rudolf Steiners als Gedenkbau für den an gleicher Stelle errichteten hölzernen Doppelkuppelbau des Ersten Goetheanum, der in der Silvesternacht 1922 einer Brandstiftung zum Opfer fiel.

    Goethes Farbenlehre

    Goethe legt ein kreisförmiges Diagramm vor, in dem sich die drei Primärfarben Rot Blau Gelb mit den drei Sekundärfarben Orange Violett Grün abwechseln. Rot nimmt die höchste und Grün die niedrigste Stelle im Kreis ein. Der Halbkreis von Grün über Gelb nach Rot heißt die «Plus-Seite» und sein Gegenstück die «Minus-Seite» (Abb. historisches System). Goethe versucht, das System von Newton zu überwinden. Mit der Einsicht in die sinnlich-sittliche Wirkung der Farben kommt Goethe seinem anfänglichen Ziel näher, nämlich die ästhetische Seite aus dem Durcheinander zur Ordnung zu führen. Er begreift ein Kolorit in den Kategorien des Mächtigen, des Sanften und des Glänzenden und stellt entsprechend eine Konzeption auf.
    Aus: www.Anthroposophie.net/

    Waldorfpädagogik und anthroposophische Schulbauarchitektur
    Rudolf Steiner hat sein Studium durch Nachhilfeuntericht finanziert und bringt dadurch seine Erfahrungen aus dieser Zeit in seine Überlegungen ein und verbindet diese mit seiner anthroposophischen Philosophie über die Viergliedrigkeit des Menschen:
    In dieser ersten so genannten "Lernphase" wirken nachahmenswerte Sinneserlebnisse auf das Kind ein.
    In der zweiten Phase mit ca. 7 Jahren entwickelt sich der " Ätherleib". Dieser prägt die äußere Erscheinung des Menschen und ist bei den Tieren und Pflanzen für Gestalt, Wachstum und Fortpflanzung verantwortlich. Beim Menschen bestimmt dieser Leib darüber hinaus auch einen Teil des Innenlebens, wie Gewohnheit, Temperament und Gedächtnis. Beim Menschen bestimmt dieser Leib darüber hinaus auch einen Teil des Innenlebens, wie Gewohnheit, Temperament und Gedächtnis.

    In der dritten Phase mit ungefähr 14 Jahren, markiert durch das Eintreten die Pubertät, tritt der Mensch in die dritte Entwicklungsphase – "Empfindungs- und Astralleib" - die gekennzeichnet ist durch Freude und Schmerz, Lust und Leid, Begierde und Trieb. Der Unterricht wird wissenschaftlich orientierter, da der Jugendliche in dieser Phase die Beherrschung seiner inneren Regungen erfährt.
    In der vierten Phase entsteht der " Ich-Leib" und ist die äußerste Hülle des Menschen, verantwortlich für das Selbstbewußtsein, die Individualität und die Moralität. Nun wäre das erzieherische Ziel zum mündigen Handeln erreicht.

    Die Architektur der Waldorfschulen versucht unterstützend zum Entwicklungsstadium des Kindes den geeigneten Raum zu bieten um die Sinne (tasten, hören, fühlen, sehen, riechen), die Kreativität, die
    Physis und der Geist (auch im Sinne der Wissensvermittlung) zu unterstützen. Der Schulbau und das Außengelände soll diesen Gedanken bzw. Lernprozess unterstützen. Formen, Materialien und Farben die für den Schulbau verwendet werden, sollen auf die jeweiligen Entwicklungsstufen der Schüler "abgestimmt"
    werden. Deshalb auch der Versuch Raumformen für die einzelnen Entwicklungsphasen zu finden.

    Zitiert aus: www.sonderpaedagoge.de

    Kindertagesstätte an der Freien Waldorfschule Heidelberg

    Waldorfschule Heidenheim (Grundrißschema der Klassenräume) (preview)
    weiteres unter: www.Anthroposophie.net

    Gesunde Luft


    Aus der Internetplattform des Landes Oberösterreich: www.ooe.gv.at./umwelt

    Es handelt sich dabei um Studien und Empfehlungen für Oberösterreich, die Inhalte, Ergebnisse und Empfehlungen sind auch bundesweit für die Allgemeinheit intressant!

    Innenraum-Luftschadstoffe
    Der moderne Mensch hält sich zum größten Teil seiner Zeit - ca. 75 - 90 % je nach Bevölkerungsgruppe oder Tätigkeitsbereich - im Inneren eines Raumes auf. Die Konzentration an Schadstoffen wird zum einen von der Außenluft, zum anderen in überwiegendem Maß von den im Raum vorhandenen Materialien bestimmt, deren Emissionen, ebenso wie die des Menschen selbst, sich der Raumluft beimengen.
    In letzter Zeit hat sich das Problem verstärkt. Im Zuge von Energiesparmaßnahmen wurden die Gebäude besser abgedichtet. Gleichzeitig kamen und kommen immer mehr verschiedene Bauchemikalien und Reinigungsmittel zum Einsatz. Deshalb nehmen gesundheitliche Beschwerden im Zusammenhang mit Allergien und Luftschadstoffen laufend zu. Eine Klärung der Gesundheitsprobleme erfolgt am besten im Einvernehmen mit einem Arzt, der den Erfolg der technischen Abhilfemaßnahmen feststellen kann. Die häufigsten Schadstoffe und ihre Wirkung auf uns Menschen finden Sie hier.

    Medizinische Gesichtspunkte

    1.Radon im Innenraum


    Radon ist die wichtigste Quelle der natürlichen Strahlenbelastung des Menschen, wobe iein wesentlich höherer Teil der Belastung in Innenräumen zugeordnet werden muss als der Belastung im Freien.
    Bei der Erforschung von Lungenkrebserkrankungen bei Uranbergarbeitern wurde ein Zusammenhang mit der Radonexposition im Stollen hergestellt. Die Inhalation der kurzlebigen Zerfallsprodukte des Radons führt zu einer relativ hohen Strahlenbelastung des Bronchialepithels durch Alphastrahlen. Festzuhalten ist, dass in einem Vergleich der Risikoabschätzung durch Tabakrauchen, auf das geschätzte 80-90% aller Lungenkrebsfälle zurückgeführt werden, ein wesentlich höheres Risiko entsteht als durch die natürliche Exposition durch Radon. Da ein Zusammenhang zwischen Exposition und Tumorentstehung, modifiziert (verstärkt)
    durch andere Faktoren (z.B. zusätzliches Tabakrauchen), nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann, ist es ist ein umwelthygienisches Anliegen, krebserzeugende Substanzen in der unmittelbaren Umgebung (hier Innenraum) zu reduzieren. Zudem muss die in Entwicklung stehende Lunge von Kindern als empfindlicher angesehen werden.

    2.Chemische Innenraumschadstoffe

    Formaldehyd

    Formaldehyd ist in Leimen und Holzwerkstoffplatten, vor allem in Spanplatten, enthalten. Es ist ein stechend riechendes Gas mit niedrigem Geruchsschwellenwert, das akut stark schleimhautreizend auf den oberen Respirationstrakt (Nase, Augen) wirkt. Von empfindlichen Personen wird das Gas bereits ab Konzentrationen von 0,06 mg/m³ wahrgenommen. Ab dem Konzentrationsbereich von 1 mg/m³ sind irritative Erscheinungen (z.B. Augenreizungen) praktisch von jedem wahrnehmbar. Reizungen der Atemwege, sowie Stechen in Nase und Rachen sind weitere Symptome. Hinsichtlich der chronischen Toxizität werden eine sensibilisierende Wirkung auf den Atemtrakt aber ebenso auf Grund von Tierversuchen ein krebserregendes Potential diskutiert.

    Flüchtige organische Verbindungen (VOC)
    Flüchtige organische Verbindungen werden in Innenräumen vor allem in organischen Lösungsmitteln, Klebern, Schäumen und bestimmten Kunststoffen sowie in diversen Haushaltschemikalien eingesetzt und von diesen Materialien auch an die Raumluft abgegeben. Materialien der Innenausstattung, Möbel sowie Bautenlacke können als Hauptquellen von VOCs in Innenräumen angesehen werden. Organische Lösungsmittel für Kleber, Farben und Lacke sind dabei in der Regel Gemische aus Toluol, verschiedenen Estern, Xylolen und Alkoholen, daneben können diverse andere aliphatische und aromatische Verbindungen enthalten sein. Neben diesen Quellen existiert eine Reihe weiterer im Einzelfall nicht zu vernachlässigender Quellen wie z.B. Tabakrauch. Zusätzlich gelangen VOCs auch über die Außenluft in Innenräume. Wenn keine signifikanten Quellen im Raum oder in der näheren Umgebung einer Wohnung vorhanden sind, übersteigt die Konzentration einzelner VOC nur in seltenen Fällen Werte zwischen 10 und 100 µg/m³. Für viele VOC liegt sie im Mittel sogar unter 10 µg/m³. Die Gesamtkonzentration an VOC bewegt sich in Wohnungen im Mittel in der Größenordnung von einigen hundert µg/m³. Dies hat sich in neueren Studien in der BRD gezeigt und ist auch durch eine unlängst durchgeführte Studie in Wien belegt. Auswirkungen einzelner VOC auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen umfassen ein weites Spektrum, das von sensorischen Wirkungen bereits bei niedrigen Konzentrationen bis hin zu meist erst bei höheren Konzentrationen auftretenden toxischen
    Langzeiteffekten reicht. Von besonderer Bedeutung ist, dass es sich bei einem Teil der für niedrigere Konzentrationen angegebenen Effekte um Sinneswahrnehmungen oder andere Wirkungen handelt, die sich der Überprüfung im Tierversuch weitgehend oder gar
    vollständig entziehen.

    Pentachlorphenol (PCP)
    Pentachlorphenol war in Holzschutzmitteln enthalten, die bis in die siebziger Jahre großflächig auch im Innenraumausbau angewendet wurden. Aufgrund der chemischen Eigenschaften (z.B. Persistenz, Anlagerung an Stäube) ist der Nachweis auch über längere Zeiträume nach der Anwendung möglich. Bei Aufenthalt von Personen in Räumen, in denen PCP-haltige Mittel angewendet worden sind, wurde vereinzelt über unspezifische Beschwerden (Kopfschmerzen, Übelkeit, Atembeschwerden, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, sowie Reizungen von Haut- und Schleimhäuten) geklagt. Grundsätzlich können derartige unspezifische Gesundheitsbeschwerden durch sehr unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden. Eine eindeutige Ursachenerhebung für diese unspezifischen Beschwerden ist oft nur schwer möglich. In Einzelfällen traten schwere Erkrankungen bei Holzschutzmittel-Anwendern auf, für die ein ursächlicher Zusammenhang mit PCP aber nicht zu beweisen, allerdings auch nicht zu widerlegen war. Hinter den häufig beschriebenen längerfristigen Krankheitssymptomen wurden unter anderem auch Verunreinigungen, v.a. des technischen PCP durch Polychlorierte Dibenzodioxine und Polychlorierte Dibenzofurane als Auslöser vermutet. Einige tierexperimentelle Untersuchungen zeigen neben anderen Wirkungen eine eindeutige kanzerogene Wirkung von PCP. Der epidemiologische Nachweis, dass PCP auch beim Menschen bösartige Neubildungen hervorrufen kann, konnte bislang nicht erbracht werden. Da eine krebserzeugende Wirkung von PCP im Tierversuch nachgewiesen wurde, gilt grundsätzlich das Minimierungsgebot.

    Lindan (HCH)
    Lindan kann ebenso wie PCP über die Atemluft, die Nahrung und Hautkontakt aufgenommen werden. Aufgrund der Fettlöslichkeit verteilt es sich über das Blut in
    Fettgewebe und verschiedene Organe. In hohen Dosen wirkt Lindan neurotoxisch. Die Symptomatik der akuten Toxizität für Menschen entspricht der anderer chlorierter zyklischer Kohlenwasserstoffe. Akute Vergiftungen treten nur bei unsachgemäßer Handhabung im direkten Umgang mit der Substanz auf. Die Vergiftungen äußern sich in Störungen des zentralen und peripheren Nervensystems (Übelkeit, Kopfschmerz, Erbrechen, Schwindel, Zittern und Unruhe bis hin
    zu Krämpfen). Chronische Lindanvergiftungen äußern sich in einer Aktivitätssteigerung von Leberenzymen, in einer (weitgehend reversiblen) Lebervergrößerung, motorischen Störungen und einer Degeneration des Nervensystems. Bei intensivem HCH-Kontakt wurden Knochenmarksschädigungen beobachtet, die häufig Anämien (Blutarmut) zur Folge hatten.

    Polychlorierte Biphenyle PCB
    Polychlorierte Biphenyle - eine aus vielen Einzelkomponenten (Kongeneren) bestehende Gruppe von unpolaren Organochlor-Verbindungen - sind in der Umwelt weit verbreitet. Schlechte Wasserlöslichkeit und hohe chemische Reaktionsträgheit sind verantwortlich für ihre Stabilität, so dass sie trotz Produktionseinschränkungen als Verunreinigungen ubiquitär nachgewiesen werden können. Die akute Toxizität von PCB-Gemischen ist relativ gering. Erkennbare Effekte werden erst nach längerer Belastung sichtbar. Symptome chronischer Vergiftungen beim Menschen wurden erst bekannt, als 1968 im japanischen Yusho über 10.000 Personen versehentlich kontaminiertes Reisöl (enthielt PCB und PCDF) verzehrt haben. Es traten u.a. Veränderungen der Haut und Störungen des Immunsystems auf. Im Tierversuch wurden bei niedrigen Dosierungen und chronischer Exposition mit PCB vielfältige toxische Effekte beobachtet. Im Vordergrund stehen Wirkungen auf die Leber. Einige epidemiologische Untersuchungen an beruflich exponierten Personen und Yusho Patienten weisen im Zusammenhang mit PCB-Exposition auf eine kanzerogene Wirkung beim Menschen hin. Gegenwärtig ist von dem Verdacht auszugehen, dass hohe Dosen an PCB beim Menschen toxisch wirken und in der Folge auch die Entstehung von Tumoren fördern könnten. Laut IARC liegt eine begrenzte Evidenz für PCB als Humankanzerogen und ausreichende Evidenz für Kanzerogenität im Tierversuch vor. Weiters wurden Zusammenhänge zwischen PCB-Belastung und Reproduktionstoxizität beobachtet. Aus epidemiologischen Studien aus den USA wurde eine höhere Bedeutung der pränatalen Belastung mit PCB abgeleitet.

    Kohlenstoffdioxid (CO2)
    Kohlendioxid wird u.a. bei Verbrennungsprozessen (z.B. Kochen mit Gas) und beim Atmen freigesetzt. Es erlangt in Gemeinschaftseinrichtungen, insbesondere bei hohen Belegungsdichten und unzureichenden Lüftungsstrategien Bedeutung. Von den im Raum befindlichen Personen werden gleichzeitig Körpergerüche und Wasserdampf an die Umgebungsluft abgegeben, so dass für von außen eintretende Personen der Eindruck " verbrauchter" oder "schlechter" Luft auftritt. Obwohl CO2 in der Regel kein unmittelbares Gesundheitsrisiko darstellt, können jedoch ab bestimmten Konzentrationen Befindlichkeitsstörungen wie z.B. Beeinträchtigung von Leistungsfähigkeit, Konzentration und Kopfschmerzen auftreten. Eine Zusammenschau von Studien zu gesundheitlichen Wirkungen und Kohlendioxid zeigt, dass sich mit abnehmender CO2- Konzentration die sogenannten Sick-Building-Syndrom-assoziierten Beschwerden (z.B. Reizungen und Trockenheit von Schleimhäuten, Müdigkeit, Kopfschmerzen) ebenfalls verringern. Im Organismus wird durch erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen das Atemzentrum angeregt, was zu einer vermehrter Atmung führt. Kohlendioxid wird als Indikator für "verbrauchte" Luft herangezogen und dient damit einer orientierenden Abschätzung des Luftwechsels.

    3.Schimmel


    Allgemeines
    Schimmelpilze sind in der Umwelt weit verbreitet. Ihre ökologische Aufgabe ist es, organische Substanz abzubauen und den Pflanzen als Nährstoffquelle zugänglich zu machen. Der Mensch ist deshalb an ein Vorkommen von Schimmelpilzen in seiner Umgebung angepasst und weist gegenüber Schimmelpilzen eine hohe natürliche Resistenz auf. Entscheidend für die Wirkung von inhalativ aufgenommenen Schimmelpilzen auf den Menschen ist neben individuellen konstitutionellen Faktoren die Pathogenität und die Gesamtzahl der auf den Menschen einwirkenden Pilze sowie die Häufigkeit ihres Auftretens unabhängig davon, aus welcher Quelle sie kommen. Feuchte Wohnungen und Schimmelpilze stellen ein weit verbreitetes Problem im städtischen Raum dar. Durch Feuchtigkeit begünstigt bilden sich sporulierende Pilzkolonien aus. Die Pilzsporen sind sehr mobil und werden bereits durch kleine Turbulenzen in die Raumluft verfrachtet. Die Sporen werden atembar und können zu verschiedenen Gesundheitsbeeinträchtigungen führen.

    Wirkungen auf den Menschen / gesundheitliche Auswirkungen
    Schimmelpilze können Allergien und Infektionen hervorrufen sowie toxisch und geruchsbelästigend wirken

    Allergene Wirkung
    Grundsätzlich sind alle Schimmelpilze geeignet, Allergien hervorzurufen. Der Dosis-Wirkungszusammenhang ist in diesem Falle sehr komplex. Er hängt u.a. von der
    individuellen Prädisposition sowie vom allergenen Potential der Schimmelpilzsporen ab. Schimmelpilze, die zahlreiche Sporen an die Raumluft abgeben oder in hohen Konzentrationen in der Umwelt auftreten (z.B. phytopathogene Pilze im Sommer) verursachen häufiger Allergien.Bei entsprechender Neigung, die im Einzelfall nicht vorhersehbar ist, kommt es bei langandauernder Exposition gegenüber Schimmelpilz-Sporen zur Ausbildung einer Allergie. Diese körperliche Reaktion des Immunsystems kann bis zu einem Bronchialasthma führen und bleibende Schäden an den Atmungsorganen verursachen. Bezüglich Sensibilisierung gegenüber Allergenen und somit der Gefahr der Ausbildung allergischer Krankheitsbilder sind Kinder und Personen mit prädisponierenden Erkrankungen besonders betroffen. Untersuchungen aus Kanada und Großbritannien belegen ein höheres Risiko für Atemwegserkrankungen bei Kindern, die in feuchten,
    schimmelbefallenen Wohnräumen leben.

    Toxische Wirkung
    Die Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen (z.B. Mykotoxine) können ebenso wie Zerfallsprodukte aus der Zellwand (Glukane) über die Freisetzung von Interleukinen und sonstigen Entzündungsmediatoren in Haut und Schleimhäuten toxische Wirkung entfalten. Bewohner von mit Schimmelpilz belasteten Räumen können so unter Augenbrennen und Erkältungssymptomen leiden (toxisch irritative Wirkung).


    Infektiöse Wirkung
    Bei Schimmelpilzen handelt es sich um opportunistische Mikroorganismen, d.h. eine Infektion durch solche Keime setzt einen immungeschwächten Organismus voraus oder Vorschäden wie chronische Atemwegserkrankungen. Infektionen durch Schimmelpilze sind sehr selten (Lunge, Nasennebenhöhlen, ZNS) und erfolgen am ehesten inhalativ. Ausgelöst durch Innenraumbelastungen ist nur selten mit einer solchen Wirkung zu rechnen.


    Geruchsbelästigung
    Schimmelpilze haben charakteristische flüchtige Stoffwechselprodukte, die sie an die Umgebungsluft abgeben. Analog zu den flüchtigen organischen Verbindungen, die allgemein als VOC (Volatile Organic Compounds) bezeichnet werden, wurde für die von den Mikroorganismen produzierten VOC der Begriff MVOC (Microbial Volatile Organic Compounds) geprägt. Die MVOC können einem breiten Spektrum unterschiedlicher chemischer Stoffklassen zugeordnet werden (z.B. Alkanen, Alkanolen, Alkenolen, Aldehyden, Ketonen, Terpenen, Karbonsäuren). Bisher wurden etwa 30 solcher Verbindungen identifiziert, die von Schimmelpilzen gebildet werden können. Häufig ist ein muffiger Geruch auf die Bildung von MVOC durch Schimmelpilze oder Bakterien zurückzuführen.

    Empfehlungen für die Zukunft


    Speziell für Nutzer (pdf-file, Größe: 660 kB)


    Für Nutzer, Erhalter, Planer, Architekten etc.:
    Gesamtes Dokument (pdf-file, Größe: 802 kB)
    Allgemeines (pdf-file, Größe 202 kB)
    Planung (pdf-file, Größe 563 kB)
    Nutzung (pdf-file, Größe 82 kB)
    Sanierung (pdf-file, Größe 202 kB)


    Raumklima


    Aus der Internetplattform des Landes Oberösterreich: www.ooe.gv.at./umwelt

    Es handelt sich dabei um Studien und Empfehlungen für Oberösterreich, die Inhalte, Ergebnisse und Empfehlungen sind auch bundesweit für die Allgemeinheit intressant!

    Die Schaffung eines guten Raumklimas ist eine grundlegende Voraussetzung für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohner. Unter dem Begriff "Raumklima" wird die Gesamtheit der Umweltbedingungen (Raumtemperatur, Luftfeuchte, Schall, Schadstoffe, Beleuchtung, Farbgebung, Strahlung) in der Wohnung verstanden, während mit dem Begriff "Behaglichkeit" nur die unmittelbar wahrgenommenen Klimabedingungen - Raumtemperatur, Luftfeuchte und Luftbewegung - betrachtet werden.
    Das was vom Menschen als Raumtemperatur wahrgenommen wird, setzt sich zusammen aus der Raumlufttemperatur und der Temperatur der umschließenden Wandoberfläche. Je kälter die Wandoberfläche ist, desto höher muss die Lufttemperatur sein, damit sich ein angenehmes Wohngefühl einstellt.

    Empfindlich reagiert der Mensch auf Zug (= Konvektion): Luftgeschwindigkeiten von mehr als 0,2 m/s werden in Räumen meist als unangenehm empfunden, da sie zu einer verstärkten Wärmeabgabe der Hautoberfläche und unter Umständen zu Muskelentzündungen oder Erkältungen führen.

    Zugerscheinungen treten vor allem bei undichten Gebäuden oder Gebäudeteilen (Fenster) auf. Falls Sie bei starkem Wind das Gefühl haben, dass es in der Wohnung zieht, sollte dem Problem mit einer Messung der Gebäudedichtheit nachgegangen werden.

    Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor auf die Behaglichkeit ist die Raumluftfeuchte. Der Idealfall: Luftfeuchtigkeit 40-60%, je nach Raumlufttemperatur

    Zu hohe Raumluftfeuchte führt zu Schimmelbefall in den Wohnungen. Deshalb kommt dem richtigen Nutzer- und Lüftungsverhalten eine besondere Bedeutung zu.
    Durch messtechnische Erfassung verschiedener Raumklimaparameter über einen längeren Zeitraum kann das Nutzerverhalten gut analysiert werden.

    Gebäudedichtheit
    Der bauliche Trend der letzten Jahre zu Leichtbauweisen, wie Fertighäuser und Dachausbauten, machte den Einsatz komplexer Bauteile und Bausysteme notwendig. Zahlreiche Schichtfolgen bei Außenbauteilen sind erforderlich, um sowohl die wärmetechnischen als auch die bauphysikalischen Anforderungen, die sich daraus ergeben, zu erfüllen. Vielfach wird bei den Baukonstruktionen aber übersehen, dass auch eine optimale Luftdichtheit zur Erreichung der bauphysikalischen Anforderungen und zur Minimierung der Energieverluste notwendig ist.

    Messprinzip
    Bei den Gebäudedichtheitsmessungen wird mittels einer Plane ein Gebläse in eine Außentür des Gebäudes eingebaut. Mit diesem Gebläse wird im Gebäude ein künstlicher Über- bzw. Unterdruck erzeugt. Die beförderte Luftmenge bezogen auf das Raumvolumen ergibt den Dichtheitswert für ein Gebäude. Mit der Infrarot-Kamera können die Undichtheiten sichtbar gemacht werden.

    Typische Leckstellen bei Einfamilienhäusern
    Praktisch bei sämtlichen Konstruktionswechseln (Dachfläche - Dachschräge - Außenwand - Fußboden) können Fugenundichtheiten auftreten. Vor allem, wenn tragende Elemente, wie Trame, Pfetten oder Sparren sichtbar ausgeführt sind, treten oft massive Dichtheitsmängel auf.

    Dachbodentreppen sind meist sehr undicht. Sowohl die Treppen selbst, als auch der Einbau bringen erhebliche Mängel.
    Dachflächenfenster sind grundsätzlich relativ luftdicht ausgeführt. Massive Schwachstellen werden jedoch oft durch den Einbau der Fenster hervorgerufen. Bei dem in der Animation dargestellten Dachflächenfenster treten im Anschlussbereich zur Dachkonstruktion massive Undichtheiten auf, die sich bis zum Spitzboden fortsetzen.

    Toxiologie


    Die häufigsten Schadstoffe und ihre Wirkung auf den Menschen

    Allergene
    Asbest
    Chlornaphtaline
    Flüchtige organische Verbindungen ("VOC")
    Formaldehyd
    Kohlenmonoxid, Stickoxide
    Lösungsmittel
    Ozon
    Pentachlorophenol, Lindan
    Perchlorethylen

    Polychlorierte Biphenyle
    Pyrethroide
    Radon
    Schimmelpilze
    Tabakrauch


    Eine Ausführliche Liste zu Schadstoffen bietet das Gesundheitsamt Dachau/Garmisch/Landsberg am Lech an

    Baumaterialien und Dämmstoffe

    Für die Bewertung von Bauprodukten nach baubiologischen und ökologischen Gesichtspunkten ist es notwendig, den gesamten Lebenslauf des Produktes zu berücksichtigen. Einige wichtige Beurteilungskriterien sind:
    Rohstoffverbrauch
    Energiebedarf für die Herstellung (graue Energie)
    Schadstoffemissionen (Radioaktivität, Staub, Luftschadstoffe)
    Materialkreisläufe (Wiederverwertbarkeit)
    Sozialverträglichkeit


    Zahlreiche Publikationen befassen sich mit der bauökologischen Bewertung der unterschiedlichen Baustoffe, freilich nicht immer widerspruchsfrei. Deshalb sollte man in erster Linie auf heimische, wiederverwertbare, traditionelle und umweltfreundliche Produkte zurückgreifen.
    Dämmstoffe sind vergleichsweise gut erforscht. Die folgenden Kurzbeschreibungen der wichtigsten Dämmstoffe helfen bei einer schnellen Orientierung und beziehen gesundheitliche und ökologische Überlegungen mit ein: (siehe Wärmeschutz)

    Webseite Produktbeschreibungen, Fachartikel und Forschungsberichte aus dem Bereich der Bauchemie

    Webseite Auf diesen Seiten finden Sie Holzbeschreibungen der bekanntesten, einheimischen Holzarten


    Wärmeschutz

    Blähperlite
    Blähton
    Holzfaser
    Holzwolle
    Kokosfaser
    Kork
    Mineralschaum
    Mineralwolle
    Polyurethan
    Polystyrol extrudiert
    Schaumglas
    Schilf
    Zellulosefaser

    Holzschutz

    Holzschutzmittel
    Seit den 70er Jahren taucht immer wieder die Frage auf, ob der Gebrauch von Holzschutzmitteln und vor allem ihre Anwendung in Innenräumen zu Gesundheitsbelastungen führen kann. 1978 hatte nach einer Reihe von Forschungsaktivitäten das Bundesgesundheitsministerium die Bevölkerung erstmals vor der großflächigen Anwendung von PCP-haltigen Holzschutzmitteln in Innenräumen gewarnt. 1989 schließlich erließ die Bundesregierung ein Verbot für Pentachlorphenol als Wirkstoff in Holzschutzmitteln. Aber auch in jüngerer Vergangenheit gab es in der Öffentlichkeit immer wieder Anlässe zu heftigsten Diskussionen (z. B. Holzschutzmittelprozeß DESOWAG, Holzschutzmittelanwendung in bayerischen Forsthäusern etc.). Im folgenden soll ein Überblick zu den verwendeten Substanzen und damit verbundenen möglichen Gesundheitsbelastungen gegeben werden.

    1. Stoffliche Einführung

    1.1 Begriff "Holzschutzmittel"
    Holzschutz im weitesten Sinne umfaßt alle Maßnahmen zur Erhaltung von Holz und Holzwerkstoffen, man unterscheidet dabei den konstruktiven, physikalischen und chemischen Holzschutz. Nur letzterer soll Gegenstand der nachfolgenden Ausführungen sein. Chemische Holzschutzmittel (im folgenden: HSM) umfassen nach einer Definition des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes dreierlei Stoffgruppen:

    vorbeugend wirkende Mittel zum Schutz vor holzzerstörenden Pilzen und Insekten und Mittel zum Schutz des Holzes vor verfärbenden Pilzen
    Mittel zur Bekämpfung holzzerstörender Insekten mit Schutzwirkung gegen Neubefall und
    Mittel zur Bekämpfung von holzzerstörenden Pilzen (Schwamm) in Mauerwerk.

    Nach ihrer stofflichen Zusammensetzung, ihrer Wirkungsweise und den Einsatzbereichen lassen sich HSM unterteilen in

    wasserlösliche Mittel zur vorbeugenden Behandlung
    ölige Mittel zur vorbeugenden Behandlung (Teerölpräparate, lösemittelhaltige Präparate und steinkohlenteerhaltige Präparate) und
    Präparate für besondere Anwendungsgebiete (Pasten, Mittel zur Schwammbekämpfung, u. a.)

    Eine etwas andere, verbrauchernahe Einteilung ist Tab. 1. zu entnehmen.

    Tab. 1: Verbraucherorientierte Einteilung von Holzschutzmitteln (Aus: Umweltbundesamt 1992)


    1.2 Wirkstoffe

    Chemische Holzschutzmittel enthalten biozide Wirkstoffe, deren bekannteste Vertreter Pentachlorphenol und Lindan waren, der Einsatz von Pentachlorphenol ist seit 1989 verboten (siehe dazu auch Informationspapier "Pentachlorphenol". Insgesamt werden bei HSM-Salzen etwa 25, bei den übrigen HSM 50 verschiedene Biozide eingesetzt. Gehäuft treten dabei Borverbindungen, Chromsalze und Pyrethroide auf. Eine Übersicht von im Handel erhältlichen Bioziden gibt Tab. 2.

    Tab. 2: Übersicht zu in HSM verwendeten bioziden Wirkstoffen sowie Unter- und
    Obergrenzen der verwendeten prozentualen Konzentrationen (Aus: Umweltbundesamt 1992)

    ALPHABETISCHE AUFLISTUNG ALLER BIOZIDE* DER ERFAßTEN HSM, SOWIE UNTER- UND OBERGRENZEN DER VERWENDETEN PROZENTUALEN KONZENTRATIONEN



    Soweit keine eindeutigen chemischen Bezeichnungen oder Common names angeführt sind, waren diese den zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht zu entnehmen (z.B. Pyrethrum-Derivat, Alkinbutylcarbamat). Biozidformulierungen sind kursiv gedruckt.


    ? keine Angaben zur Verfügung gestellt

    1) Zum Zeitpunkt der Abgabe dieses Berichtes (Jan. 92) war Furmecyclox vom Hersteller zurückgezogen. Als Austauschwirkstoffe treten derzeit in Präparaten mit RAL-Gütezeichen vornehmlich Triazole auf, die zum Erhebungszeitraum nicht vertreten waren (siehe Seite 94)

    2) ein Produkt enthält 10% TBT-Naphtenat, wird aber vor der Anwendung im Verhältnis 1:9 in Wasser emulgiert

    1.3 Mengenangaben

    Für die Menge eingesetzter HSM in Deutschland existieren keine zuverlässigen Angaben. Aus Hochrechnungen und Einzelangaben von Herstellern ist von folgenden Größenordnungen auszugehen: 10.000 t überwiegend anorganische Holzschutzsalze, 17.000 t Steinkohlenteeröle und 20.000 t sonstige HSM. Dazu kommen etwa 1000 Tonnen Salze durch importierte Hölzer.

    1.4 Richtlinien für das Inverkehrbringen

    Auf dem Markt befindet sich eine enorme Vielfalt an Holzschutzmitteln: Etwa 250 Hersteller vertreiben über 1000 Produkte. Diese große Anzahl gestattet bisher keine Einzelbewertung der Produkte hinsichtlich eventueller Gesundheitsrisiken. Die Behörden haben lediglich Beratungs- und Empfehlungskompetenz, es gibt keine staatlichen Zulassungsverfahren für HSM, wie dies z. B. bei Pflanzenschutzmitteln der Fall ist.

    Seit Ende der 70er bzw. Mitte der 80er Jahre werden nun zwei Kategorien von HSM standardisiert und differenziert bewertet:

    Holzschutzmittel für tragende Holzbauteile

    Tragende Teile in baulichen Anlagen müssen geschützt werden. Dafür dürfen nur HSM eingesetzt werden, deren Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft ist. Sie unterliegen den Prüfzeichenverordnungen der Länder und erhalten das Prüfzeichen des Instituts für Bautechnik in Berlin, wenn ihre Brauchbarkeit nachgewiesen ist (s. Abb. 1). Seit der Gesundheitsaspekt bei Holzschutzmitteln stärker in den Vordergrund der Diskussion gerückt ist, hat sich das Deutsche Institut für Bautechnik entschlossen, das Prüfzeichen nur noch zu erteilen, wenn vorher durch ein Gutachten die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Holzschutzmittels bescheinigt wurde. Voraussetzung für die Erteilung des Prüfzeichens ist heute unter anderem, dass das Mittel "Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und das behandelte Holz für die nähere Umgebung des Menschen gesundheitlich unbedenklich ist". Das Deutsche Institut für Bautechnik hat dabei aber die freie Wahl, welcher gutachterlicher Instanzen es sich bedient, um die gesundheitliche Bewertung zu erhalten. Seit 1978 führt das Bundesgesundheitsamt bzw. das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin eine gesundheitliche Bewertung dieser Mittel durch.

    Holzschutzmittel für nichttragende Holzbauteile

    Für den nichtkonstruktiven Holzbau ist ein Prüfbescheid des Instituts für Bautechnik gesetzlich nicht erforderlich. Für Holzschutzmittel, die dafür zum Einsatz kommen, vergibt die Industrie seit 1986 ein sogenanntes RAL-Gütezeichen (RAL-GZ 830, s. Abb. 1), welches die Wirksamkeit der damit gekennzeichneten Produkte bescheinigt und ihre Unbedenklichkeit für Umwelt und Gesundheit gewährleisten soll. Das ehemalige Bundesgeundheitsamt hat hierfür Rahmenempfehlungen erarbeitet, welche genaue Angaben zur Toxizität, zur Abgabe an die Umwelt und ökologischen Auswirkungen enthalten. Die Industrie hat sich bereiterklärt, ihr Gütezeichen nur zu vergeben, wenn die Rezeptur des Mittels dem ehem. BGA bekannt ist und die Rahmenempfehlungen eingehalten sind

    Abb. 1: Prüf-und Gütezeichen für Holzschutzmittel (Aus: Mücke 1994)

    2. Gesundheitliche Bewertung des Einsatzes von Holzschutzmitteln

    2.1 Allgemeine Risikoabschätzung

    Eine gesundheitliche Bewertung von Holzschutzmitteln bzw. der in ihnen enthaltenen Wirkstoffe ist schwierig und setzt einen hohen toxikologischen Kenntnisstand voraus, wie er sicher nicht für alle gegeben ist. Aber auch dann wird nicht zwangsläufig eine einhellige Meinung über das Gefährdungspotential gefunden. An dieser Stelle kann nicht auf die generelle Problematik der Risikoabschätzung bzw. der verschiedenen Konzepte zur Ermittlung duldbarer Konzentrationen von Wirkstoffen eingegangen werden. Im folgenden werden einige mögliche Bewertungsparameter vorgestellt. Generell sollte aber immer von dem Minimierungsgedanken ausgegangen werden: Jede unnötige Einwirkung von Chemikalien auf den Menschen gerade im Wohnbereich sollte vermieden werden.

    Eine Hilfestellung bei der Beurteilung der Wirkstoffe im chemischen Holzschutz gibt eine Positivliste, die das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (ehemals das Bundesgesundheitsamt) aufgestellt hat und welche jährlich neu erscheint (siehe Tab. 3). Stoffe, die in dieser Liste nicht aufgeführt sind, werden für eine Anwendung im Holzschutz nicht empfohlen oder sind busher für den chemischen Holzschutz nicht bewertet worden.

    Tab. 3: Positivliste der Wirkstoffe in Holzschutzmitteln (nach: Bundesgesundheitsamt 1986, 1995 und mdl. Mitt. von 1996)

    Anorganische Borverbindungen (B-Salze)

    Borsäure

    Borax

    Polybor

    Anorganische Fluorverbindungen

    Hexafluorsilikate (Silicofluoride, SF-Salze)

    Chrom-VI-Verbindungen

    Chrom-, Bor- und Fluorverbindungen (CFB-Salze)

    Chrom-Kupfer-Verbindungen (CK-Salze)

    Chrom-, Kupfer-, Borverbindungen (CKB-Salze)

    Chrom-Kupfer-Fluorverbindungen (CKF-Salze)

    Chlororganische Verbindungen

    Lindan

    Cyclohexyldiazeniumverbindungen

    Cu-HDO [Bis- (N-Cyclohexyldiazenium-dioxy)-Kupfer]

    Xyligen Al [Tris(N-Cyclohexyldiazeniumdioxy)-Aluminium]

    Xyligen-K (N-Cyclohexyldiazenium-dioxy-Kalium-Hydrat)

    Quaternäre Ammoniumverbindungen

    Dimethyl-benzyl-alkyl (C12-C14) ammoniumchlorid

    N,N-Didecyl-N-methyl-poly(oxethyl)-ammoniumpropionat

    Didecylpolyoxethylammoniumborat

    Pyrethroide

    Cyfluthrin

    Cypermethrin

    Deltamethrin

    Permethrin

    Sonstige organische Wirkstoffe

    Azaconazol

    Dichlofluanid

    Flufenoxuron

    IPBC (3-Jod-2-propinyl-butylcarbamat)

    Propiconazol

    Silafluofen

    Tebuconazol

    Tolyfluanid

    Zinkoctoat

    Steinkohlenteer-Imprägnieröl

    Im folgenden wird der Stand des Wissens über mögliche gesundheitsrelevante Auswirkungen der am häufigsten in Innenräumen verwendeten HSM-Wirkstoffe bzw. -wirkstoffgruppen zusammengefaßt.

    2.1 Wirkstoff Pentachlorphenol

    In Zusammenhang mit der großflächigen Verwendung von PCP-haltigen HSM in Innenräumen vor allem in den 70er und 80er Jahren traten bei den betroffenen Bewohnern zum Teil massive und langandauernde gesundheitliche Probleme auf. PCP war damals in Konzentrationen bis zu 5 % in HSM enthalten. Messungen in der Innenraumluft von HSM-behandelten Räumen ergaben, dass PCP über lange Zeit kontinuierlich aus dem Holz ausdünstete. Auch in Blut und Harn der Bewohner wurden erhöhte PCP-Konzentrationen gefunden. Der damals angenommene Zusammenhang zwischen verschiedensten oft unspezifischen Symptomen und der PCP-Exposition konnte aber bis heute weder toxikologisch noch epidemiologisch hergestellt werden. Im Gegenteil, arbeitsmedizinische Ergebnisse belegen, dass sowohl akute als auch chronische Beschwerden durch PCP-Exposition erst bei sehr viel höheren Konzentrationen auftreten, als sie in HSM-behandelten Wohnräumen aufgetreten waren. Das ehemalige Bundesgesundheitsamt hat unter Vorsorgeaspekten einen Richtwert für die Innenraumluft empfohlen: Die gesundheitlich unbedenkliche PCP-Konzentration sollte einen Wert von 1µg/m3 Raumluft nicht überschreiten. Bei Sanierungen sollte ein Sanierungszielwert von 0,1 µg/m3 erreicht werden. Weitere Informationen zu PCP enthält das Informationspapier "Pentachlorphenol".

    2.2 Wirkstoff Lindan

    Lindan (chemisch: Gamma-Hexachlorcyclohexan) ist ein neurotoxisch wirkendes Insektizid, welches nach Exposition sehr schnell mit einer Halbwertszeit von etwa einem Tag aus dem Organismus ausgeschieden wird. Seit 1984 wird Lindan in der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr produziert, seine Verwendung wurder sehr eingeschränkt. In Holzschutzmitteln ist Lindan weiterhin zugelassen, wenn eine Reinheit von 99 % gewährleistet ist.

    Die in der Innenraumluft gemessenen Lindanwerte liegen bei maximal 10µg/m3 Raumluft, die daraus berechnete maximale Aufnahme liegt bei weit unter dem vom ehemaligen Bundesgesundheitsamt festgelegten ADI-Wert (acceptable daily intake) von 5µg/kg Körpergewicht. Arbeitsmedizinische Erfahrungen aus Land- und Forstwirtschaft sowie Herstellerbetriebten belegen, dass bei Einhaltung des MAK-Wertes mit Ausnahme geringfügiger, nicht pathologischer Veränderungen einiger Blutparameter aus einer Dauerbelastung, wie sie reell in Innenraumluft zu messen ist, mit Lindan keine gesundheitlichen Langzeitwirkungen zu befürchten sind. Der MAK-Wert für die Arbeitsplatzsituation liegt bei 0,5 mg Lindan/m3. Die Belastung der Innenraumluft durch HSM-Anwendung ist demgegenüber minimal und damit ohne gesundheitliche Relevanz.

    2.3 Wirkstoffgruppe Pyrethroide

    In den letzten Jahren werden vermehrt Pyrethroide in HSM als biozide Wirkstoffe verwendet, sie ersetzen das verbotene PCP und früher übliche Phosphorsäureinsektizide. Da Pyrethroide im Rahmen ihrer Verwendung als Schädlingsbekämpfungsmittel in Innenräumen seit längerem umstritten sind, wird auch ihre Verwendung in HSM in Frage gestellt.

    Nach Ansicht von Toxikologen sind aber auch die Pyrethroidmengen, welche aus HSM-behandeltem Holz an die Innenraumluft abgegeben werden, viel zu gering, um akute Wirkungen hervorzurufen. Langzeitschädigungen sind auch in Vergiftungsfällen aus dem Arbeitsplatzbereich bisher nicht bekannt geworden. Irreversible Schädigungen bestimmter Nervenfunktionen, wie sie immer wieder diskutiert werden, waren im Tierversuch zwar nachgewiesen,es gibt aber keinerlei Hinweise darauf, dass auch beim Menschen mit solchen irreversiblen Schädigungen zu rechnen ist ,selbst die Aufnahme hoher Dosen, wie sie z. B. im Falle einer Massenvergiftung bei Landarbeitern auftraten, hatte keine bleibenden Schäden zur Folge.

    2.4 Dioxine und Furane aus Verunreinigungen

    Technisch hergestelltes PCP enthält verschiedene chlorierte Dibenzodioxine und -furane als Verunreinigungen, die auch in HSM-behandeltem Holz nachzuweisen sind. In der bekannt gewordenen "Hamburger Kindergartenstudie" wurde der Gesundheitszustand mehrerer hundert Kinder in Kindergärten untersucht, die mit PCP-haltigem HSM behandelt worden waren. Die Eltern und auch die Autoren der Studie stellten zwar eine Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der Kinder fest: Signifikanten Unterschiede der gemessenen Parameter zu denen von Kindern in unbelasteten Kontrollgruppen waren aber nicht feststellbar.

    2.5 Lösemittel in Holzschutzmitteln

    Viele Holzschutzmittel enthalten zu etwa 75 Gewichtsprozent Testbenzine als Lösemittel für die wasserunlöslichen Biozide und den Lackanteil. Sie bilden ein Gemisch aus Paraffinen, Cycloparaffinen und aromatischen Kohlenwasserstoffen. Im Tierversuch gab die Exposition mit Testbenzin eindeutige Hinweise auf Wirkungen auf Lunge, Augen und obere Atemwege. Eine für Lösemittel typische Dämpfung des Zentralnervensystems ist ebenfalls im Tierversuch nachgewiesen. Das toxikologische Wirkungsmuster beim Menschen, wie es aus der Arbeitsmedizin und der Suchtforschung bekannt ist, läßt sich mit dem organischer Lösemittel vergleichen (s. Tab. 3). Über Langzeitwirkungen liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor, Studien in Dänemark, die auf eine lösemittelbedingte Verminderung geistiger Fähigkeiten hinweisen, waren wegen methodischer Schwächen nicht haltbar.

    Feststeht aber, dass sich unter ungünstigen Umständen bei der Anwendung testbenzinhaltiger HSM in Innenräumen extrem hohe Konzentrationen - bei der Behandlung größerer Holzflächen bis zu 8000 µg/m3 - einstellen können. So wird aus toxikologischer Sicht davon ausgegangen, dass die Lösemittelkomponente eine entscheidende Rolle als Verursacher für gesundheitliche Beeinträchtigungen in Zusammenhang mit der Anwendung von HSM spielt. Lösemittelvergiftungen dürften aber heute im Wohnbereich nur noch in Ausnahmefällen auftreten, da die exzessive Anwendung, wie sie vor zwei Jahrzehnten praktiziert wurde, heute wohl nicht mehr stattfindet.

    Zusammenfassend läßt sich folgern, dass die Frage nach der Notwendigkeit des Einsatzes von Holzschutzmitteln differenziert beantwortet werden muß. Denkbaren gesundheitlichen Risiken durch Holzschutzmittel stehen Risiken gegenüber, die durch unterlassenen Holzschutz - zum Beispiel bei tragenden Holzteilen - entstehen. So wird durch Holzschutz die Sicherheit von Bauwerken erhalten, die verwendeten Werkstoffe geschont und damit ein Beitrag zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen geleistet. Auf der anderen Seite sollten - gerade unter dem Vorsorgeaspekt - auch noch so geringe Risiken für Gesundheit und Umwelt nicht vernachlässigt werden. So ist im Einzelfall immer abzuwiegen, ob der Nutzen die Anwendung von Holzschutzmitteln auch rechtfertigt.

    Quelle: Bayerisches Landesamt für Umweltschutz

    Weitere Intressante Beiträge zum Thema Holzschutz finden Sie hier:

    www.holzschutz.com/infothek/infothek_nutzhoelzer.html Beschreibung der Nutzhölzer

    /www.holzschutz.com/infothek/infothek_natuerliche_dauerhaftigkeit.html


    www.holzfragen.de/seiten/tab_pilze.html Arten von Holzschädlingen
    www.holzfragen.de/seiten/tier.html Arten von Holzschädlingen

    Arten des Holzschutzes
    www.holzschutz.com/infothek/infothek_holzschutz.html

    www.holzschutz.com/infothek/infothek_baulich_konst_holzschutz.html

    www.holzschutz.com/infothek/infothek_ch_holzschutz.html

    www.holzschutz.com/infothek/infothek_holzschutzmittel.html

    www.holzforschung.at/files_deu/holzschutz.pdf

    Universität Singen - Skript
    www.dgfh.de/pdf/begas1002.pdf

    www.dgfh.de/pdf/MB_GS303.pdf

    Uni Freiburg - Skript
    www.forst.uni-freiburg.de/forstbotanik/Lehre/holzschutz.pdf

    Rezept für biologischen Holzschutz
    Borax, für Borax-Casein, biologischer Holzschutz, Na2B4O7·10 H2O

    Anwendung als Holzschutzmittel: 80 g Borax werden in 1 Liter kochendem Wasser aufgelöst, das Holz wird mit der heissen Lösung gespritzt / getränkt / gestrichen.
    Für saure Hölzer wie z.B. Eiche muss man anstelle von Borax die Borsäure benutzen. Für alle Fälle kann man sich eine in etwa neutrale Mischung von z.B. 60 g Borax mit 60 g Borsäure auf 1 Liter Wasser auflösen.


    Schallschutz

    Schallschutz im Wohnbau
    Warum ist der Schallschutz im Wohnbau ein wichtiges Anliegen?

    Umweltschutz im Wohnbereich ist unmittelbarer Schutz für den Menschen. Das natürliche Bedürfnis nach Ruhe in den eigenen vier Wänden ist für den umweltgeplagten Menschen unserer Zeit besonders ausgeprägt. Deshalb nimmt der Schallschutz im Wohnbau einen besonderen Stellenwert ein.
    Die Lärmbelästigung der Bevölkerung ist laufend Gegenstand statistischer Untersuchungen. Gemäß einer vom Statistischen Zentralamt durchgeführten Untersuchung im Jahr 1991 fühlt sich etwa ein Drittel der österreichischen Bevölkerung von Lärm belästigt. 6 % fühlen sich sogar sehr stark belästigt.




    Schallschutz im Wohnbau
    Der Schallschutz im Wohnbereich umfasst zum einen den Schutz vor Außenlärm (Verkehrslärm, Lärm von Gewerbetrieben etc.), zum anderen den Schutz vor Lärm im Gebäude von angrenzenden Wohnungen oder Betrieben.

    Gesetzliche Anforderungen
    Die gesetzlichen Anforderungen an den Schallschutz im Wohnbau sind in den Länderverordnungen und in der ÖNORM B 8115, Teil 2 geregelt.

    Schutz vor Außenlärm
    Der beste Schutz gegen Außenlärm besteht bei einem neu zu errichtenden Gebäude in der Wahl eines geeigneten Standplatzes in ruhiger Lage. Ist das nicht möglich, sollte die Bebauung so erfolgen, dass die vor Lärm zu schützenden Räume (Schlafzimmer, Wohnzimmer etc.) von der Schallquelle abgewendet sind.
    Wenn die vorgenannten Maßnahmen nicht ausreichen, ist der Schallschutz der Außenbauteile entsprechend zu verbessern, z.B. durch den Einbau eines Lärmschutzfensters (siehe unter Förderung/Lebensraum).

    Lärmbarometer
    Lärm wird üblicherweise als jede Art von Schall definiert, durch den Menschen gestört, belästigt oder sogar gesundheitlich geschädigt werden. Lärm ist deshalb ein subjektiver Begriff und entzieht sich damit objektiven Messverfahren. Messbar sind nur die auftretenden Geräusche.
    Schall, der an unser Ohr gelangt, ist physikalisch gesehen eine Schwingung der Luftmoleküle, die zu kleinen Druckschwankungen am Ohr führt. Die Stärke des Schalls wird demnach durch die Schwankungen des Luftdruckes gekennzeichnet. Da sich die Schwankungen in einem großen Bereich von eins zu einer Milliarde bewegen, drückt man den Schallpegel im täglichen Gebrauch in einem logarithmischen Maßstab, in Dezibel (dB) aus.
    Eine Zu- oder Abnahme des Schallpegels um 10 dB bedeutet eine Verdoppelung bzw. Halbierung der Lautheit.
    Die linke Seite der Abbildung zeigt eine Wirkungsskala verschiedener Schallpegel, die vom Zustand der "Ruhe" (Beginn des Hörbereichs) bis zumohrenbetäubenden Lärm (Schmerzempfindung) reichen.
    Im rechten Teil der Abbildung sind verschiedene charakteristische Geräuschquellen bestimmten Schalldruckpegelwerten zugeordnet.

    Die Graphik finden Sie hier.


    Elektrosmog • Leitungsplanung, abgeschirmte Leitungen, Schwachstrom


    Einleitung
    Elektromagnetische Felder und Strahlungen zählen zu den am stärksten wachsenden zivilisatorischen Umweltfaktoren. In der öffentlichen Diskussion werden sie pauschal in dem ebenso anschaulichen wie irreführenden Kunstwort "Elektrosmog" zusammengefasst. Dabei wird übersehen, dass der Frequenzbereich von den niedrigen Frequenzen der Energieversorgung bis hin zum Mobilfunk riesengroß ist:

    Biologische Wirkungen
    Bei der Diskussion über biologische Wirkungen werden häufig Erfahrungen aus dem Bereich der energiereichen, ionisierenden Röntgen- und Nuklearstrahlung direkt auf den Bereich der energiearmen, nicht ionisierenden elektromagnetischen Wellen übertragen. Dabei wird übersehen, dass die energiearme, elektromagnetische Strahlung nicht bereits an sich ein Schädigungspotential aufweist, sondern gerade unterhalb eines gewissen Strahlungspegels können gesundheitsrelevante Wirkungen grundsätzlich ausgeschlossen werden.

    Summationswirkung
    Wegen der mehr als 1-millionfach kleineren Energie können elektromagnetische Wellen nicht bereits an sich bleibende Veränderungen hervorrufen, sodass Summationswirkungen bei schwachen Strahlungspegeln ebenfalls grundsätzlich ausgeschlossen werden können.

    Wirkungsbereiche
    Grundsätzlich lassen sich folgende Wirkungsbereiche unterscheiden:

    Wärmewirkungen als Folge der Absorption von Strahlungsenergie

    Nichtthermische Wirkungen, also solche, die sich meist auf der Ebene der Zellmembran und der Zellbestandteile ergeben können und nicht durch Erwärmung erklärbar sind.

    Hypothetische Langzeitwirkungen sind zwar aufgrund der bisher bekannten Wechselwirkungsmodelle auszuschließen; es ist jedoch denkmöglich, dass sie existieren, wenn man annimmt, dass sie auf bisher noch nicht bekannte Mechanismen zurückzuführen sein könnten.

    Aus der Internetplattform des Landes Oberösterreich: www.ooe.gv.at./umwelt

    Bauökologie• Extensive Begrünung, Wassersparen, Energiesparen

    Die Vorteile der extensiven Dachbegrünung

    Jede Form von Dachbegrünung, sei diese nun intensiv oder extensiv, stellt eine Erweiterung des nutzbaren Lebensraumes dar: einerseits für den Menschen, indem er die begrünte Fläche selbst als Aufenthaltsraum beansprucht, andererseits für Tiere und Pflanzen, die auf begrünten Dächern Rückzugsräume vorfinden. Eine mit Vegetation bedeckte Dachfläche bietet viele Vorteile: das Wurzelwerk speichert im Boden Wasser, welches die Pflanze als Wasserdampf an die Atmosphäre abgibt. Dies führt im Sommer zu einer Verbesserung des Stadtklimas und einer Kühlung des Daches, im Winter hingegen wirkt die Vegetationsschicht als Schutz gegen Wärmeverlust, wodurch Energie eingespart wird. Diese Mechanismen gleichen Temperaturextreme aus wodurch die Dachdichtung geschützt und ihre Lebensdauer verlängert wird (verringerte Rissbildung etc.).
    Weitere Vorteile einer extensiven Dachbegrünung liegen im geringen Pflegeaufwand und den niedrigen Erhaltungskosten. Durch ihre geringe Substratmächtigkeit von 2 bis 10 Zentimeter schaffen extensive Dachbegrünungen zudem Lebensräume, die mittlerweile selten anzutreffen sind.

    Welches Dach kann begrünt werden?
    Warmdach
    Kaltdach
    Lastannahme
    Dachneigung
    Dachdichtung

    Flachdächer mit extensiver Begrünung sind, mit ihren vergleichsweise geringen Anforderungen an Statik und Pflege, kostengünstiger in der Herstellung als intensive Dachbegrünungen und zugleich wertvoller Lebensraum. Somit können Sie mit dieser Variante einer Begrünung einen großen stadtökologischen Effekt erzielen! In dieser Arbeitsanleitung wird daher ausschließlich auf extensive bis sehr extensive Arten der Begrünung eingegangen.
    Die Möglichkeit der Begrünung geneigter Dachflächen wird als Anregung erwähnt. Da Errichtung und Erhaltung mit wesentlich erhöhten Kosten verbunden sind, werden sie nicht näher behandelt.
    Die Bauweise des Daches bestimmt die Art der Begrünung.
    Generell kann zwischen zwei Dachaufbauten unterschieden werden, die für die Dachbegrünung von Interesse sind, dem Warmdach und dem Kaltdach.
    Warmdach
    Bei Warmdächern ist die Einbringung einer Dampfsperre mit Trennschicht zwischen tragender Konstruktion und Wärmedämmung zur Verhinderung einer Kondenswasserbildung zu beachten.
    Der kennzeichnende Faktor dieser Bauart ist, dass die Decke des darunter anschließenden Raumes gleichzeitig die Tragkonstruktion für den weiteren Dachaufbau bildet und kein durchlüfteter Zwischenraum vorliegt.

    Kaltdach

    Beim Kaltdach wird der durchlüftete Dachraum in die Wärmedämmung nicht mit einbezogen. Über der Decke des darunter anschließenden Raumes befindet sich ein durchlüfteter Bereich, der die Kondenswasserbildung unterbindet.
    Sowohl Kalt- wie auch Warmdächer eignen sich für Begrünungen. Vor der Durchführung einer Dachbegrünung müssen folgende Faktoren bedacht werden:
    Lastannahme
    Dachneigung
    Dachdichtung
    Jede Form von Dachbegrünung stellt eine zusätzliche Last dar. Die Traglast des Daches bestimmt die Mächtigkeit des Dachaufbaues. Deshalb muss vorerst die Tragfähigkeit des Daches untersucht werden (Lastannahme). Wichtige Begriffe zu den Dachlasten:
    Die Verkehrslast stellt jenes Gewicht dar, welches durch Begehen und die Auflage von Schnee im Winter zu Stande kommt. Sie ist in jedem Dach einberechnet und darf für die Begrünung nicht beansprucht werden.

    Die Nutzlast stellt jenen Wert dar, welcher für die Begrünung interessant ist. Sie wird für zusätzliche Auflasten wie zum Beispiel eine Kiesabdeckung berechnet. Bei Flachdachgaragen mit Betondecke kann meistens mit einer Nutzlast von zirka 100 bis 150 Kilogramm pro Quadratmeter gerechnet werden. Dieses Gewicht reicht bereits für eine Minimalbegrünung. Sind unter der Decke Stützen oder tragende Wände vorhanden, so können die Auflasten punktuell erhöht werden.
    Achtung! Ziehen Sie zur Bestimmung der Lastannahme immer Architekt/innen, Statiker/innen oder Baufirmen zu Rate, um Fehler in der Berechnung zu vermeiden. Zusätzlich sind in die Gewichtsberechnung die Wasseraufnahme- und Wasserspeicherkapazität, sowie die maximale Schneelast einzubeziehen. Als mittlere Schneelast können 0,7 kN pro Quadratmeter angenommen werden.

    Dachneigung

    Auch geneigte Dächer können mit einer Rutschsicherung aus Dachlatten dauerhaft begrünt werden.
    Die Begrünung geneigter Dächer wird im gewerblichen Bereich nur vereinzelt zur Anwendung kommen. Als Möglichkeit soll sie dennoch Erwähnung finden. Auf einem stärker als 15 Grad geneigten Dach sind Rutschsicherungen zur Stabilisierung des Substrats nötig. Mit dieser baulichen Hilfe lassen sich Dächer mit Neigungen bis 30 Grad begrünen.
    In dieser Arbeitsanleitung wird der Schwerpunkt auf Begrünungen mit minimaler Substratstärke gelegt, die auf geneigten Dächern mit vorgefertigten Moos-Sedum-Matten ausgeführt werden sollten. Folgende Maßnahme stabilisiert bei mäßig geneigten Dächern mit mittleren Substratstärken von 8 bis 15 Zentimetern die Vegetationsschicht:





    Rutschsicherung:
    Je nach Neigungswinkel werden Schubsicherungen (quer zur Fallrichtung) in unterschiedlichen Abständen als selbsttragende Konstruktion aufgelegt. Als Material eignen sich Dachlatten, die mit Kunststoff-Kabelbindern (Länge 35 Zentimeter) verbunden werden. Zwischen 10 und 20 Grad Dachneigung rechnet man etwa alle 40 Zentimeter eine Schubsicherung, die 10 bis 15 Millimeter niedriger ist als die Substratoberfläche.
    Dachdichtung
    Dachdichtungen fangen Niederschlagswasser auf und leiten es in den Dacheinlauf ab. Teilweise lassen sich bestehende Dichtungen von Kiesdächern als Wurzelschutzschicht für sehr extensive Dachbegrünungen nutzen. Zur Entscheidung muss das verwendete Material bekannt sein. Im Folgenden wird auf konventionelle Dachdichtungen eingegangen und ihre gleichzeitige Eignung als Wurzelschutzschicht erläutert:
    Dachdichtungen aus Bitumenschweißbahnen: Da diese meist nicht wurzelbeständig sind, muss oft eine zusätzliche Wurzelschutzbahn aufgetragen werden.
    Dachdichtungen aus Kunststoffbahnen: Nachdem hier eine Vielzahl an Materialien angeboten werden, sollte man unbedingt den Hersteller bezüglich der Wurzelbeständigkeit kontaktieren.
    Dachdichtungen aus Synthesekautschuk: Diese Dichtungen sind in hohem Maß wurzelbeständig.
    Tritt der Fall ein, dass die Dachdichtung gleichzeitig als Wurzelschutzschicht eingesetzt wird, muss man sie unbedingt vor dem Baubeginn auf ihren technischen Zustand überprüfen! Dazu wird zuerst vorsichtig die Kiesschutzschicht entfernt. Bei dieser Arbeit dürfen keine Schuhe mit scharfen Kanten getragen oder spitze Werkzeuge aufgelegt werden. Danach untersucht man die Dachdichtung auf Blasen oder Risse, vor allem im Bereich von Dehnungsfugen, Dacheinläufen oder Lichtkuppeln. Beschädigte Stellen müssen saniert werden!

    Der Aufbau des Gründaches
    Wurzelschutzschicht
    Dränschicht
    Filterschicht
    Substrat
    Abdeckung
    Schema eines extensiv begrünten Warmdaches
    Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau eines Gründaches von der Wurzelschutzschicht bis hin zur letzten Schicht, der Vegetation. Bei vielen Neubauten fehlen durchlüftete Dachräume.

    Wurzelschutzschicht
    Sie verhindert das Eindringen von Wurzeln in die Dachdichtung, die dadurch undicht werden könnte. Wie bereits im vorhergehenden Kapitel erläutert, kann bei geeignetem Material die Dachdichtung gleichzeitig als Wurzelschutzschicht fungieren. Bituminöse Dachdichtungen benötigen einen zusätzlichen Wurzelschutz. Als solchen erhält man im Handel Wurzelschutzbahnen bis 8 Meter Breite, bei einer Dicke von 0,8 bis 1 Millimeter. Auf Wunsch können sie auch in einem Stück geliefert werden, nachdem die Bahnen vom Hersteller im Betrieb verschweißt wurden.
    Beim Einbau der Wurzelschutzschicht muss darauf geachtet werden, dass die Bahn seitlich an den Wänden mindestens 15 Zentimeter über die Vegetationsschicht hochgezogen wird. Gleichzeitig sollten aus Kontroll- und Sicherheitsgründen Dachabläufe von Begrünung freigehalten werden, wie in Abbildung 10 zu sehen ist: ein Bereich von zirka 10 Zentimeter um den Ablauf wird ausgeschottert, die Filterschicht nach oben geführt und abgeschnitten. Zur Befestigung der Wurzelschutzschicht an der Dachaufkantung eignen sich Klemmschienen

    Dränschicht
    Randliche Anschlüsse und Einbauten bedürfen besonderer Sorgfalt in der Herstellung. Das Einwachsen von Vegetation kann durch eine Kiesschüttung verhindert werden.
    Anfallendes Niederschlagswasser wird in dieser Schicht aufgenommen und in die Dachableitung entwässert. Folgende Eigenschaften sind wünschenswert:
    Geringes Gewicht: Poröse Materialien, zum Beispiel Schaumlava oder Lecaton (Korngrößen 2 bis 6 Millimeter) erfüllen diese Voraussetzung. Auch im Handel erhältliche Dränmatten aus Polyamid weisen ein geringes Gewicht auf. Ihr Nachteil liegt jedoch in ihrer reduzierten Wasserspeicherfähigkeit, wodurch die Substratschicht erhöht werden muss. Dränmatten enthalten durch beidseitige Vlieskaschierungen auch die Filterschicht. Kiesschüttungen eignen sich nicht, da sie schwer und kaum wasserspeichernd sind.

    Wasserspeicherung: Grobporige Substrate wie Lecaton und Schaumlava haben wasserspeichernde Eigenschaften und bieten der Vegetation in Trockenperioden eine Wasserreserve.
    Filterschicht
    Diese hat die Aufgabe, ausgeschwemmtes Feinsubstrat aufzufangen, damit es nicht in die Dränschicht gelangt. Als Materialien werden meist Geotextilien (zum Beispiel vernadelte Polyester-Spinnvliese) in unterschiedlichen Stärken angeboten. Bei feinkörnigen Dränschichten reichen Stärken von 150 Gramm pro Quadratmeter, bei gröberen (ab 15 bis 30 Millimeter) empfiehlt es sich, Stärken von 200 bis 300 Gramm pro Quadratmeter zu verwenden. Das Verlegen der Vliese erfolgt mit einer Überlappung von zirka 20 Zentimeter an den Stößen und einem seitlichen Hochführen an den Aufkantungen.

    Substrat
    Das Substrat bildet die Lebensbasis für die Pflanzen und wird in sehr unterschiedlicher Höhe und Zusammensetzung aufgetragen: Bereits ab einer Schichtdicke von 2 bis 4 Zentimetern lassen sich Dächer extensiv begrünen, wie zum Beispiel mit verschiedenen Moos- und Mauerpfefferarten. Eine Substrathöhe von 5 bis 7 Zentimetern ermöglicht das Bewachsen mit Horstgräsern, Blütenstauden oder trockenheitsverträglichen Polsterpflanzen. Wird eine Grasansaat vorgenommen, so müssen zirka 12 Zentimeter als Minimum aufgebracht werden. Bei 20 Zentimeter liegt etwa die Grenze zwischen Extensiv- und Intensivbegrünung. Ab dieser Höhe wachsen bereits höhere Stauden und kleine verholzende Bodendecker. Die Vegetationsschicht sollte folgende Eigenschaften aufweisen: Leichtigkeit, Wasseraufnahmefähigkeit, aber auch Durchlässigkeit. Im Handel werden viele Fertigsubstrate angeboten, sie lassen sich jedoch auch selbst mit der Hand oder einem Betonmischer kostengünstig herstellen. Im Folgenden werden einige Beispiele von Zuschlagsstoffen und Mischungsverhältnissen angeführt:
    Organische Bestandteile: Diese machen bei pflegeleichten Dachbegrünungen einen großen Teil des Substrates aus Gärtnerische Einheitserde (ohne Torf) und Komposte eignen sich als organische Bestandteile.

    Mineralische Zuschlagstoffe: Blähschiefer, Blähton, Lava: Alle Materialien sind leicht, belastbar und zerfallen nicht unter Frost- und Hitzeeinwirkung. Lava besitzt die größte Wasseraufnahmefähigkeit und setzt gleichzeitig im Laufe der Zeit in geringen Mengen Nährstoffe frei.

    Gesteinsmehl: Das Einbringen von Gesteinsmehl macht die Substrate bindiger und liefert gleichzeitig Spurennährstoffe.

    Sand: Dieser eignet sich auf Grund seines relativ hohen Gewichtes nur in geringen Mengen. Er empfiehlt sich vor allem als Beigabe bei hohen Anteilen von organischen Bestandteilen.

    Kalk: Kalkbeigaben neutralisieren den pH-Wert des Substrates. Geeignet ist vor allem "kohlensaurer Kalk" (CaCO3); gebrannter Kalk wäre zu ätzend.
    Die Gewichte der Substrate liegen etwa zwischen 15 und 18 Kilogramm pro Zentimeter Schichtstärke und Quadratmeter. Genaue Angaben sind beim Hersteller einzuholen.

    Beispielsmischungen:

    " Typ Magersubstrat", geeignet für alle Flachdachbegrünungen (Mengenangaben in Volumsprozent):
    40 % Kiessand oder Lavakörnung 0 bis 8 Millimeter
    25 % Lavagrus
    15 % Lehm oder 20 % Humus
    je Kubikmeter Kilogramm organischer Dünger (zum Beispiel gut verrotteter Stallmist)
    je Kubikmeter 5 Kilogramm gekörnter Kalk
    (Quelle: B.W. Krupka 1988, Dachbegrünung und Grasdächer, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller)

    Vegetationsschicht aus Gartenerde (in Volumsprozent):
    40 % Gartenerde
    40 % Sand 0 bis 2 mm
    20 % Kompost
    (Quelle: Kolb/Schwarz 1987, Grün auf kleinen Dächern, BLV Verlagsgesellschaft)

    Beim Auftragen des Substrates ist darauf zu achten, das Material gleichmäßig aufzubringen, um hohe Punktlasten zu vermeiden. Die Mischung wird nie am Dach, sondern am Boden fertig gestellt und bei kleinen Mengen mit Eimern (befestigt an reißfesten Seilen) hochgezogen. Bei größeren Mengen (ab 10 Quadratmeter Dachfläche) empfiehlt es sich, Förderband-Konstruktionen bei Fachfirmen zu mieten. Da sich das Substrat nach einer gewissen Zeit setzt, sollte die Substratauflage etwas höher angelegt werden.

    Abdeckung
    Um das Anwachsen der Pflanzen zu erleichtern (Verdunstungsschutz, Schutz vor Konkurrenz) kann zum Beispiel Buschhäcksel aufgetragen werden.


    Pflanzen für das Gründach

    Eine Vielzahl von Pflanzen ist für eine Besiedelung des "Extremstandortes Dach" geeignet.
    Pflanzen auf Extensivdächern treten natürlich auf Rohböden und Felsfluren auf. Sie besitzen meist wasserspeichernde Organe (Zwiebel, verdickte Blätter etc. und schützen sich mit speziellen Techniken wie Behaarung vor Austrocknung. Sehr häufig werden Sedum-, Hauswurz- und Laucharten, bei Substratstärken über 8 Zentimeter auch Nelken, Iris-, Thymian- und Schwingelarten verwendet.
    Beachten Sie, dass für Dachbegrünungen vorrangig speziell abgehärtetes Pflanzenmaterial verwendet werden soll. Dieses wird von Landschaftsbaufirmen in Multitopf-Paletten angeboten. Die Kosten liegen etwa bei 5 bis 7 ATS/Pflanze, bei losen Sedum-Sprossen deutlich darunter. Manche auch erwerbsgärtnerisch genutzte Laucharten (Zwiebel, Schnittlauch) können als Steckzwiebel oder Samen verwendet werden, was wesentlich günstiger ist. Zu bedenken ist, dass bei Flachdächern keine geschlossene Vegetationsdecke gepflanzt werden muss, sondern durch Initialpflanzungen eine Pflanzenschicht begründet werden kann, die sich allmählich schließt. Nicht nur die "fertige" Trockenwiese, sondern die gesamte Entwicklung von schütterer Kiesflur bis zum Trockenrasen mit begleitender Bodenbildung stellt das Naturschutzziel der extensiven Dachbegrünung dar! Dies drückt sich auch in der Menge der verwendeten Pflanzen aus die zwischen 5 und 20 Stück pro Quadratmeter liegen kann, je nachdem wie rasch eine geschlossene Vegetationsdecke erreicht bzw. wie viel investiert werden soll. Sollten durch Anflug der Samen Unkräuter keimen,Kräuter, also jene die von selbst wachsen, so wird ein Großteil durch das natürliche Austrocknen während des Sommers von selbst wieder ausfallen. Wildpflanzen, die im Stande sind, sich eigenständig anzusiedeln wie die Felsennelke (Petrorhagia saxifraga), sind zunehmend im gärtnerischen Sortiment für die Dachbegrünung zu finden und damit sozusagen vom Makel des Unkrautes "rehabilitiert".
    Entsprechend Ihren örtlichen Ausgangsbedingungen steht Ihnen auch ein interessantes Feld für Experimente zur Verfügung. Ein Teil der Pflanzen einer trockenen G'stettn, die vielleicht alte Fundamente auf Ihrem Firmengelände bedeckte und einem Neubau weichen muss, kann durchaus auf das neu begrünte Dach übersiedelt werden. Auch Hauswurz und Mauerpfeffer aus dem privaten Steingarten gedeihen hier und sind auf Grund ihrer Wüchsigkeit rasch in der Lage, größere Flächen einzunehmen.

    Link: Planzenliste für extensive Dachbegrünung

    Aussaat, Pflanzung und Pflege
    Folgende vier Methoden bieten sich für die Begrünung extensiver Industriedächer an. In vielen Fällen ist eine Kombination der einzelnen Möglichkeiten am kostensparendsten und im Ergebnis auch am vielfältigsten!
    Eine preiswerte Methode ist die Ausbringung von Sprossteilen (hier eigenen sich vor allem Pflanzen mit verdickten Sprossen, wie Mauerpfeffer) und Steck- zwiebeln, die in der Lage sind, nach kurzer Zeit Wurzeln zu entwickeln. Pro Quadratmeter rechnet man 10 bis 30 Sedum-Sprosse von 3 bis 5 Zentimeter Länge, die im Spätsommer gleichmäßig aufgestreut und etwas mit Substrat abgedeckt werden. Die Steckzwiebeln werden gruppenweise gesteckt (je nach gewünschte Wuchsdichte etwa 1 Kilogramm pro 30 bis 100 Quadratmeter).

    Die Samenaussaat ist bei zahlreichen Arten sinnvoll. Im Spätsommer können die Samen von Pflanzen trockener Wegränder geerntet und auf dem Dach ausgestreut werden. Als Menge reichen für eine lockere Pflanzendecke wenige Gramm pro Quadratmeter. Gleiches gilt für im Handel erhältliches Saatgut, etwa Schnittlauch. Das Grammgewicht gibt jedoch angesichts der sehr ungleichen Korngrößen nur einen äußerst groben Hinweis Die meisten Kräutersamen sind im Vergleich mit Grassamen sehr klein.

    Die gezielte Förderung bestimmter Arten kann durch das Setzen bewurzelter Pflanzen erreicht werden. Dadurch lässt sich auch die Vielfalt erhöhen Die im Dachbereich üblichen "Multitopfpflanzen" wurden bereits erwähnt.

    Als ergänzende Alternative bietet sich die natürliche Selbstbegrünung an: Dachflächen werden häufig spontan von Moosen, pannonischen Steppen- und Ackerkräutern und Gräsern besiedelt, die wiederum in enger Wechselwirkung zur heimischen Fauna stehen. Alles, was Sie benötigen, ist eine geringe Substratschicht und etwas Geduld!

    Ein extensives Gründach, wie es in dieser Arbeitsanleitung beschrieben wird, benötigt nur einen geringen Pflegeaufwand:
    In der Zeit der Ansaat muss bis zum Anwurzeln gewässert werden. Nach dem Anwachsen ist keine Bewässerung mehr notwendig. Bewässerung ist in der Folge sogar abträglich, da Gehölzaufwuchs begünstigt wird.

    Wesentlich ist eine einmalige Kontrolle pro Jahr, um Gehölzkeimlinge zu entfernen, die zur Gefahr für die Dachdichtung werden könnten. Problemzonen sind insbesondere Randabschlüsse und die Bereiche um Dachfenster beziehungsweise Lichtbänder. Durch geringe Substratstärke von 2 Zentimeter kann der Gehölzentwicklung jedoch wirkungsvoll vorgebeugt werden, da mehrmaliges sommerliches Durchtrocknen des Substrats die Entwicklungsmöglichkeit von Gehölzen entscheidend einschränkt.

    Gründächer können in Betriebsgebieten die wichtige Aufgabe übernehmen, dem Mangel an Wildkrautfluren, so genannten G'stettn zu begegnen. Diese Ruderalflächen, die einem großen Teil der pannonischen Steppenlebewelt ein Überleben in der Großstadt ermöglichten, können auf den Flachdächern neue Entwicklungsmöglichkeiten finden. Jäten - abgesehen von Maßnahmen zur Erhaltung der Dichtigkeit - ist aus stadtökologischen Gründen sicherlich nicht notwendig!


    Pflanzenliste für extensive Dachbegrünung

    Standort: trocken und überwiegend sonnig
    Substratstärke: 2 bis 4 Zentimeter
    Fetthenne-Arten

    Die verschiedenen Arten der Fetthenne (Gattung Sedum) bilden verdickte Stämme und Blätter und können daher als bewurzelte Pflanzen in Multitopfqualität oder als lose Sedum-Sprossabschnitte ausgebracht werden.
    Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
    Felsenfetthenne (Sedum reflexum)
    Milder Mauerpfeffer (Sedum sexangulare)
    Große Fetthenne (Sedum maximum syn. telephium)
    Hauswurz-Arten
    Hauswurzarten sind sukkulente Rosettenpflanzen felsiger Standorte, die auffallende Blütenstände bilden. Viele Arten bewohnen alpine Lebensräume. Ihr wissenschaftlicher Name "Sempervivens" (= Immer lebend) trägt ihrer Lebenskraft Rechnung.
    Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum)
    Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoides)
    Lauch-Arten
    Viele Laucharten (Gattung Allium) sind an trockene Standorte angepasst und finden mit geringem Substrat ihr Auslangen. Sie können wie der Schnittlauch als Samen oder wie die Küchenzwiebel als "Steckzwiebel" ausgebracht werden. Das Eindrücken der Steckzwiebeln in das Substrat (mit der Spitze nach oben!) ist die Voraussetzung eines günstigen Anwachsens.
    Küchenzwiebel (Allium cepa)
    Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
    Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon)
    Moose
    Moose sind derzeit in vorgefertigten Vegetationsmatten für die Dünnschichtbegrünung am Markt erhältlich. Durch die Ausbreitungsstrategie über luftverfrachtete Sporen erfolgt bei Bereitstellung günstiger Lebensraumverhältnisse eine rasche natürliche Ansiedlung.
    Silberbirnmoos (Bryum argenteum)
    Dachmoos (Ceratodon purpureus)
    aus http://www.wien.gv.at/wua/handbuch/511.htm

    Bauökologie - Wassersparen
    Durchschnittlicher Trinkwasserverbrauch pro Person und Tag

    Pro Person und Tag werden allein in den Haushalten ca. 125 l an Trinkwasser verbraucht.
    Häusliches Abwasser lässt sich in biologischen Kläranlagen gut reinigen. Sorge bereiten aber Inhaltsstoffe die durch scharfe Haushaltsreiniger, Waschmittel und durch den Missbrauch des Spülbeckens und der Toilette als "Müllschlucker" in das Abwasser gelangen.

    Wasser sparen heißt Geld sparen.
    In der Bundesrepublik Deutschland wird derzeit für jeden Kubikmeter (= 1000 Liter) Wasser bis zu ¿ 3,80 und mehr gezahlt (einschließlich Abwassergebühren). Der Kubikmeter Warmwasser, auf 40 °C erwärmt, kostet alles in allem mehr als ¿ 5 ,-
    Ohne neue technische Einrichtungen zu installieren, kann bei der Toilettenspülung und den Armaturen Wasser und damit auch Geld eingespart werden.

    Ein Wasserhahn, aus dem pro Sekunde ein Tropfen fällt, lässt pro Stunde 0,7 Liter Wasser und pro Tag 17 Liter auslaufen. Wird aus diesem Tropfen ein dünner Strahl von nur 1 mm Durchmesser, so wird pro Stunde ein 9 Liter-Eirner gefüllt, das entspricht 216 Liter pro Tag bzw. rd. 79 Kubikmeter pro Jahr
    = ca. ¿ 300,- pro Jahr
    Ein undichter Spülkasten lässt in einer Stunde über 20 Liter, pro Tag 480 Liter und pro Jahr rd. 175 Kubikmeter = ca. ¿ 660,- auslaufen.
    Sie sehen also, es gibt vielerlei Möglichkeiten, eine Verschwendung des Trinkwassers zu vermeiden.
    Denken Sie einmal in Ruhe darüber nach, wie Sie in Ihrem Haushalt und auch an Ihrem Arbeitsplatz Wasser einsparen können.
    Wassersparen macht sich langfristig auch für die Allgemeinheit "bezahlt". Für den, der mit dem Pfennig rechnen will oder muss, bleibt angesichts steigender Wasserpreise ein schwacher Trost:
    Wer Wasser verschwendet, hat eine erheblich höhere Wasserrechnung als derjenige, der sehr sparsam mit dem kostbaren Gut umgeht.
    Sie schonen damit nicht nur unsere Wasserreserven und Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel.

    Wasser sparen
    Sparsamer Umgang mit Trinkwasser beim Baden, Duschen und bei der Körperpflege.
    Ziehen Sie das Duschen einem Wannenbad vor.
    Für ein Vollbad benötigen Sie 150 – 180 Liter, für ein Duschbad dagegen nur 30 – 50 Liter.
    Stellen Sie während des Einseifens die Dusche ab.
    Benutzen Sie beim Zähneputzen einen Zahnputzbecher.
    Achten Sie auf wassersparende Einrichtungen:


    Sparsamer Umgang mit Trinkwasser bei der Toilettenspülung
    Achten Sie auf wassersparende Einrichtungen, wenn Sie Ihre Badausstattung erneuern möchten. Die neuen Spülkastenmodelle sind z. B. mit einer Spartaste ausgerüstet, die eine Unterbrechung des Spülvorgangs ermöglicht. Die Wasserersparnis beträgt ca. 40% des Spülwassers, das entspricht ungefähr 18 Liter pro Person und Tag.
    Ä hnliche Einsparungen lassen sich mit den neuen 6 Liter-WC-Toilettenbecken und Spülkästen erzielen. Achten Sie auf das Vorhandensein der Prüfzeichen.

    Sparsamer Umgang mit Trinkwasser beim Geschirrspülen und beim Wäschewaschen
    Nutzen Sie immer die volle Geräteauslastung aus.
    Achten Sie beim Kauf eines neuen Haushalts- gerätes auf die Angaben in Bezug auf Energie- und Wasserverbrauch.
    Benutzen Sie für gering verschmutzte Wäsche oder für kleinere Füllmengen die Sparprogramme.
    Verzichten Sie auf eine Vorwäsche bei 95°-Programmen.

    Sparsamer Umgang mit Trinkwasser bei der Hausgartenbewässerung.
    Bewässern Sie nur, wenn es wirklich nötig ist, und achten Sie auf die Bedarfsmengen der Pflanzen.
    Gießen Sie nur die Pflanzen und nicht die Betonplatten.
    Geben Sie den Pflanzen nur Wasser, wenn es kühl ist, d.h. nicht tagsüber, sondern abends.
    Zeigen Sie, dass Sie umweltbewusst denken, und verzichten Sie auf das Rasensprengen. Ein während der Trockenzeit gelb gewordener Rasen erholt sich wieder.
    Verwenden Sie zur Gartenbewässerung Regenwasser, das in Regentonnen gesammelt wurde.

    http://www.bhks.de/almanach/2003/053-056.pdf
    http://www.bhks.de/almanach/2004/052-054.pdf


    Nutzung von Regenwasser
    1. Allgemeines
    Der tägliche Wasserverbrauch von ca. 125 Litern pro Person kann durch Sparmaßnahmen reduziert werden.
    Mit diesen Sparmaßnahmen lässt sich der tägliche Trinkwasserbedarf bereits auf ca. 100 Liter pro Person senken.
    Vom benötigten Trinkwasser entfallen allein auf die Toilettenspülung und die Gartenbewässerung ca. 36 %.
    Bei öffentlichen Gebäuden ( z.B. Schulen, Behörden, Büros) sind dies sogar ca. 60 %.
    Durch die Nutzung von Regenwasser bzw. Dachablaufwasser kann der Verbrauch von hochwertigen ( und teuerem) Trinkwasser weiter gesenkt werden.
    Regenwasser eignet sich für Zwecke, bei denen es nicht unbedingt auf mikrobiell einwandfreies Wasser ankommt, wie zur Gartenbewässerung, Autowäsche und Toilettenspülung (s. Grafik )



    2. Funktionsprinzip einer Anlage zur Regenwassernutzung
    Eine Anlage zur Regenwassernutzung besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten
    Auffangflächen /Dachflächen

    Trinkwassernachspeisung

    Zuleitung zum Speicher mit Filtereinrichtung

    Pumpenanlage

    Speicher als Erdtank (oder im Keller)

    Leitungsnetz

    Entnahmestellen

    Speicherüberlauf (in das Kanalnetz oder besser Versickerung)



    Das Funktionsprinzip ist in der Graphik dargestellt (mit externem Wassertank im Garten).


    Das Regenwasser wird von den Dachflächen aufgefangen und über Fallrohre und einen Filtersammelschacht in den Speichertank geleitet. Als Berechnungsmaß für die Tankgröße gilt 20 - 25 l je Quadratmeter Dachfläche. Bei einer Dachfläche von 100 m2 sollte der Speicher daher 2.000 - 2.500 l fassen.
    Der Speicher ist mit einer Belüftung und einem Überlauf versehen. Der Überlauf sollte nach Möglichkeit über einen separaten Sickerschacht in den Untergrund versickert werden. Bei Anschluss an den Abwasserkanal muss ein Geruchsverschluss eingebaut werden.
    Der Überlauf verhindert ein unkontrollierten Wasseraustritt aus dem Speicher.
    Damit bei längeren Trockenperioden genügend Wasser zur Verfügung steht, besitzt die Anlage eine Trinkwassereinspeisung. Es darf keine feste Verbindung zwischen dem Trinkwasser- und dem Brauchwassernetz bestehen, das Trinkwasser muss daher frei in den Speichertank laufen. Das Regenwasser aus dem Tank wird dann mit einer Tauchpumpe direkt oder über einen weiteren Feinfilter an die Verbrauchsstellen gepumpt.
    Alle Entnahmestellen sind nach DIN 1988 Teil 2 Abs. 3.3.2 durch bildliche und/oder schriftliche Hinweisschilder "Kein Trinkwasser" als Brauchwasserleitungen zu kennzeichnen, um eine Verwechslungsgefahr mit Trinkwasserleitungen auszuschließen.
    Um eine versehentliche Entnahme, z.B. durch Kinder auszuschließen, kann ein abnehmbarer, kindersicherer Drehgriff angebracht werden.
    Nicht nur beim Bau von Regenwasseranlagen, sondern auch später bei Reparatur- und Umbauarbeiten darf es zu keinen Querverbindungen zwischen dem Leitungssystem der Trink- und der Regenwasseranlage kommen. Um dies möglichst auszuschließen, sollten für die beiden Leitungssysteme unterschiedliche Rohrmaterialien (Kunststoff für Regenwasser, Stahl oder Kupfer für Trinkwasser) verwendet werden und zusätzlich ein Hinweisschild am Wasserzähler angebracht werden.
    Ein realisierbares und sicheres Konzept, Querverbindungen zu vermeiden und damit eine Gefährdung des Lebensmittels Trinkwasser auszuschließen, gibt es jedoch noch nicht.

    3. Wartung
    Für Regenwasseranlagen fällt ein nicht unerheblicher Wartungsaufwand an. Die Dachrinnen sollten regelmäßig gesäubert werden (mindestens 2 mal jährlich, im Frühjahr und im Herbst). Ablagerungen aus dem Sammelbehälter. müssen ca. einmal pro Jahr entfernt werden. Der Grobfilter ist mindestens im Frühjahr und im Herbst von vermehrt anfallenden Blättern zu reinigen, der Feinfilter sollte alle 2 Monate kontrolliert und gereinigt werden.

    4. Vorschriften und Genehmigungen
    Eine baurechtliche Genehmigung ist in der Regel nicht erforderlich. Es müssen aber die DIN 1986, DIN 1988 und DIN 2000 beachtet werden.
    Die Trinkwasserverordnung ( TrinkwV § 17 (1) ) und die Allgemeinen Bedingungen für die Versorgung mit Wasser ( AVBWasserV § 3(2) ) schreiben Folgendes vor:

    TrinkwV § 17 (1)
    Wasserversorgungsanlagen, aus denen Trinkwasser oder Wasser für Lebensmittelbetriebe mit der Beschaffenheit von Trinkwasser abgegeben wird, dürfen nicht mit Wasserversorgungsanlagen verbunden werden, aus denen Wasser abgegeben wird, das nicht die Beschaffenheit von Trinkwasser hat. Die Leitungen unterschiedlicher Versorgungssysteme sind, soweit sie nicht erdverlegt sind, farblich unterschiedlich zu kennzeichnen.
    AVBWasserV § 3(2)

    Vor der Errichtung einer Eigengewinnungsanlage hat der Kunde dem Wasserversorgungsunternehmen Mitteilung zu machen. Der Kunde hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass von seiner Eigenanlage keine Rückwirkungen in das öffentliche Wasserversorgungsnetz möglich ist.

    5. Wirtschaftlichkeit
    Die Baukosten für Speicher, Rohrleitungen, Filter und Pumpen liegen im Bereich von ca. 2500 - 5000 ¿ (je nach Eigenleistungsanteil und nach Größe des Speichers). Bei Wartung durch eine Firma müssen zusätzlich ca. 100 ¿/Jahr bereitgestellt werden. Wenn wir einen 4-Personen-Haushalt zu Grunde legen, der pro Jahr ca. 60 m³ (40 Liter/Tag/Person) durch Regenwassernutzung einspart, und einen Wasserpreis von 1,30/m³ annehmen, beläuft sich die finanzielle Einsparung auf 78 ¿/Jahr. Demgegenüber erhält man pro Jahr bei Kapitalanlage der Erstellungskosten mit einem Zinssatz von 3 % 70 bis 150 ¿ Zinsen.
    Eine nicht bezuschusste Anlage amortisiert sich also finanziell nicht!

    Dies relativiert sich wenn das Regenwasser auch zur Gartenbewässerung genutzt wird da dabei noch die Abwassergebühr entfällt (Anmerkung Redaktion bau-docu.at).

    6. Vor- und Nachteile, Risiken
    Schonung der Trinkwasservorräte

    Rückhaltung von Regenwasser bei starken Niederschlägen, wenn das Wasser in die Kanalisation fließen würde wird
    1. das Kanalnetz entlastet ( damit könnten Regenrückhaltebecken und Kanalnetze kleiner dimensioniert werden und
    2. wird das Abwasser in der Kläranlage weniger verdünnt und die Aufarbeitung in der Kläranlage ist dadurch besser.

    Kosteneinsparung bei der Trinkwasserbezugsgebühr, allerdings nicht bei den Abwassergebühren

    Bei Waschmaschinenanschluss wird weniger Waschmittel verbraucht, da Regenwasser wesentlich weicher (geringere Härte) als Leitungswasser ist

    Stärkung des Umweltbewusstseins und den Umgang mit Ressourcen

    relativ hohe Investitionskosten die sich kaum amortisieren

    hoher und kostenintensiver Wartungsaufwand

    Gefahr von Fehlverbindungen bzw. falsche Nutzung

    Erhöhung der Verbrauchsspitzen bei Trockenperioden oder schlechtem Verhältnis der Dachfläche zu Anzahl Verbraucher durch die Nachspeisung mit Trinkwasser

    Verlust von Stellraum im Keller oder schwierige Wartung bei unterirdischem Speicher

    ggf. Schutz vor Geruchsbildung und Verkeimung durch chlorhaltige Chemikalien, UV-Lampen etc., was eine zusätzliche Umweltbelastung bedeutet

    7. Zusammenfassung
    Einfluss auf die Entscheidung für oder gegen eine Anlage zur Regenwassernutzung kann die geographische Lage haben: Wassermangelgebiet (Nordbayern) oder Wasserüberschussgebiet (Südbayern)
    Anlagen zur Regenwassernutzung für Industrie und Gewerbe sowie für Einfamilienhäuser außerhalb des Wohnbereiches sind sinnvoll (Begrenzungsfaktor: Dachfläche)

    Regenwassernutzung im Wohnbereich ist problematisch und sollte allenfalls auf die Toilettenspülung beschränkt werden.
    Den Überlauf des Regenwassersammelbehälters nicht in die Kanalisation leiten, sondern möglichst versickern

    Grauwassernutzung (Abwasser aus Badewanne, Dusche, Handwaschbecken zur Toilettenspülung) ist aus hygienischen Gründen abzulehnen. Grauwasser gehört in den Abwasserkanal.

    Prüfen Sie, ob es nicht ökologisch sinnvoller und sogar billiger ist, das Regenwasser gleich an Ort und Stelle zu versickern.

    Es gilt der Grundsatz:
    Wassersparen ja, aber nicht um jeden Preis !
    Vor allem darf die hygienische Sicherheit nicht aufs Spiel gesetzt werden.
    Zuerst sollten alle anderen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Sparmöglichkeiten genutzt werden.
    Vorrang muss die Qualitätssicherung haben!


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